Die Grünen- Eine Abrechnung
UPDATE: Nachdem dieses Posting gerne als Argumentation für die Wählbarkeit der Grünen abgeführt wird, halte ich es für wichtig, darauf hinzuweisen, dass es auch ein Posting von mir über die Unwählbarkeit der Wiener Grünen gibt http://www.baeck.at/blog/2009/09/30/die-wiener-gruenen-eine-abrechnung/.
Eigentlich hätte hier an dieser Stelle ein ganz böser Artikel über die Grünen im Allgemeinen und die Wiener Grünen im Besonderen stehen sollen, aber ich habe mein eigenes Gejammer über die Betonierer bei den Grünen und wie ungerecht man uns Grüne Vorwähler dort behandelt hat, schon selbst satt. Natürlich hat der Landesvorstand Mist gebaut und natürlich haben einige Personen, die jetzt zufälligerweise GemeinderätInnen werden wollen, ein eigennütziges Spiel ge- und sich damit eine starke Ausgangsposition für die internen Wahlen am 15. November erspielt. Aber bevor ich wieder in ein Rathmayer/Korbei/Smolik Bashing verfalle, das diese sicher noch für längere Zeit verdient hätten, möchte ich mich heute den positiven Seiten der Grünen widmen.
In keiner anderen Partei wäre eine solche Initiative wie die Grünen Vorwahlen überhaupt möglich gewesen. Keine Partei gibt Mitgliedern und Quasi-Mitgliedern, nichts anderes sind UnterstützerInnen, so viele Möglichkeiten der Mitbestimmung. Ganz im Gegenteil, bei ÖVP und SPÖ bestimmen vor allem Gremien über Inhalte und Positionen. Dort kann das einfache Mitglied lediglich auf Bezirks- oder gar nur auf Sektionsebene mitwählen. Das heißt, dass im Prinzip diese Parteien von oben nach dem Delegationsprinzip geführt werden und nur eine sehr kleine Gruppe die wichtigsten Entscheidungen trifft, ohne sich jemals ernsthaft verantworten zu müssen. Nicht so bei den Grünen, auch dort werden notwendigerweise viele Entscheidungen von der Parteispitze getroffen, aber diese müssen den Mitgliedern immer wieder Rechenschaft ablegen und werden gegebenenfalls auch abgewählt. Während also Parteitage bei ÖVP und SPÖ bestenfalls pseudodemokratisch vor allem fürs Fernsehen inszeniert werden, geht es bei den Grünen noch wirklich um etwas und das ist gut so.
Jetzt mal ehrlich, das Argument, dass es für den Umweltschutz die Grünen nicht mehr brauche, da den ohnehin schon alle anderen Parteien im Programm hätten, ist ungefähr genauso stichhaltig wie Windows Vista schnell ist. Im Programm haben das natürlich alle stehen, aber trotzdem beschließen diese dann Abwrackprämien, verkaufen verbilligten Sprit an Landestankstellen, ignorieren die Kyoto-Protokolle, schützen den CO2 Produzenten Landwirtschaft und erhöhen die Preise bei ÖBB und Verkehrsbetrieben. Ich behaupte, es gibt außer den Grünen keine Partei, die Umweltschutz nicht nur als Lippenbekenntnis im Programm hat.
Österreich ist fekterisiert. Unsere Frau Innenminister, lässt kaum einen Tag vergehen, um nicht neue menschenrechtswidrige Pläne und Grauslichkeiten zu verkünden. Dabei sitzen ÖVP und SPÖ wie des Kaninchen vor der Schlange namens FPÖ. Einzig die Grünen behalten ihre nicht immer einfach zu vertretende Position. Und auch wenn das jetzt die meisten antiklerikalen bei den Grünen nicht gerne hören werden, sind die Grünen in dieser Beziehung die einzige Partei, die das Gebot der Nächstenliebe konsequent verfolgt. Es ist gut, dass die Grünen eben nicht in jedem Asylwerber einen Verbrecher vermuten und in jedem Schwarzen einen Drogendealer.
Österreich wird aber noch weiter fekterisiert. Nämlich dann, wenn es um die Einschränkung unserer Bürgerrechte geht. Abhören, Vorratsdatenspeicherung, Rufdatenspeicherung, Überwachungskameras an jeder Ecke, das alles verdanken wir ÖVP und SPÖ. Wenigstens wenden sich dann manchmal diese Gesetze auch gegen jene Parlamentarier, die sie beschlossen haben. Aber wer nichts angestellt hat, hat ja bekanntlich nichts zu verbergen, egal welches Gericht man gerade belügt!-) Und wieder bleiben die Grünen die einzige Partei, die sich gegen die Bespitzelung aller BürgerInnen wehren. Der Ordnung halber muss ich hier aber auch auf die Piraten hinweißen, mit denen die Grünen möglichst schnell Kontakt aufnehmen sollten, sonst wird hier vielleicht das nächste große Ding verpasst.
Was ist die Antwort von SPÖ und ÖVP auf die Krise? Geld für Banken und Autoindustrie auf Kosten zukünftiger Generationen. Immer dann wenn es Großbetrieben schief reinregnet, ist die Bundesregierung mit unserem Steuergeld zur Stelle und verlängert so das lange öffentliche Sterben ohnehin obsoleter Industrien. Dass der Großteil unserer Wirtschaftsleistung von EPUs und KMUs erbracht wird, haben nur die Grünen glaubhaft erkannt. Die Teilorganisation Grüne Wirtschaft kümmert sich wirklich perfekt, um eine nachhaltigere Wirtschaftspolitik und verdient volle Unterstützung bei den kommenden Wirtschaftskammerwahlen. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass die Grüne Wirtschaft sich über jeden Interessenten oder Sympathisanten freut, ganz ohne Gesinnungsprüfung und falsche Verdächtigungen.
Ich muss wirklich sehr lange und angestrengt nachdenken, bis mir wenigstens ein paar fähige Köpfe bei den Großparteien einfallen. Großzügig ausgelegt kommt mir da jetzt nur Gio Hahn und Claudia Schmid in den Sinn. Die Grünen dagegen haben jede Menge gute und kompetente FunktionärInnen und MandatarInnen in ihren Reihen. Ohne besonders lang nachzudenken fallen mir da sofort Peter Pilz, Madlaine Petrovic, Alexander Spritzendorfer, Volker Plass, Angela Stoytchev, Christoph Chorherr, Marie Ringler, Eva Lichtenberger, Alexander van der Bellen, Marco Schreuder, Efgeni Dönmez, Rudi Anschober, David Ellensohn (ja, der auch) und viele mehr, die ich entweder noch nicht kenne oder jetzt gerade vergessen habe, ein. Die genannten sind übrigens ganz ohne persönliche Schuld auf dieser Liste!-)
In den letzten Monaten habe ich vor allem die negativen Seiten der Grünen gesehen, weil sie mir diese auch besonders gezeigt haben. Diese negativen Seiten gibt es natürlich nach wie vor und viel zu viel, aber es ist Zeit wieder einen Schritt raus aus der Frustfalle zu machen und zu betonen, warum die Grünen nach wie vor die einzige wählbare Alternative sind.

Sebastian
18.09.09 , 10:09
Die Wartezeit, um die Emotion rauszunehmen, hat sich gelohnt.
Das ist sicher einer der besten Artikel über die Grünen, den ich in den letzten Monaten gelesen hab.
Dan
18.09.09 , 11:09
Gio Hahn und Claudia Schmid als fähige Köpfe? Also ich weiß nicht.
Die, die gute Arbeit machen, sind nicht unbedingt die, die laut sind. Mitterlehner, Hundstorfer und vielleicht noch Darabos fallen mir da ein.
Gio Hahn hingegen hat das e-Voting-Desaster bei den ÖH-Wahlen und den absurden Kurs zum Thema CERN-Beteiligung zu verantworten. Nebenbei gibt es noch ein paar andere Dinge (UG02-Reform, Hochschullehrerkollektivvertrag etc.), die nicht gut laufen.
Claudia Schmids Schulreform ist im Endeffekt großteils gescheitert.
nic_ko
18.09.09 , 11:09
gio hahn?
nein wirklich nicht.
das ist gar nicht schön, was an bzw. mit den universitäten geschieht
Gerald Bäck
18.09.09 , 11:09
Ouch, E-Voting hab ich total vergessen. Ok, der Gio ist doch kein toller Hecht!
Alexander Spritzendorfer
18.09.09 , 11:09
guter Artikel & danke für die Nennung
Wie schmeichelhaft es ist in einem Atemzug mit Gio Hahn und Claudia Schmid (wäre sie nicht auch für Kultur zuständig?!) genannt zu werden .. naja. Kennst Du die Szene aus “Ein seltsames Paar” von Gene Saks mit Jack Lemmon und Walther Matthau: die beiden streiten fürchterlich und als es dann an Felix ist, es Oscar einmal so richtig reinzusagen sagt Felix: “Oscar! Du bist ein ganz toller Kerl!” An diese Szene hat mich Dein Artikel erinnert. Im Film gibts dann ein Happy End.
Smartie
18.09.09 , 12:09
lese ich Frau Glawischnigs Namen nicht in der Liste der fähigen Köpfe
The Sandworm
18.09.09 , 12:09
Super Artikel, der es – den Herrn Hahn mal ausgenommen – auf den Punkt trifft. Und ich bewundere, dass du es nach den vielen Grauslichkeiten, von denen ich selbst auch einige miterlebt habe, schaffst, dich fast ausschließlich auf Positives zu konzentrieren. Ich denke das ist der richtige Ansatz!
Gerald Bäck
18.09.09 , 13:09
@sandworm Ganz so ist es ja nicht. Ich habe vor diesem Artikel einen anderen bitterbösen Artikel über die Grünen geschrieben. Inhaltlich war der andere Artikel auch richtig, aber ging trotzdem an der Sache vorbei, weil er sich in letztlich an Details aufhing, die nicht wirklich wesentlich sind.
Und um jetzt doch noch was böses zu schreiben. Es bleibt die Frage, ob die Grünen Vorwahlen so etwas wie ein Sittenbild der Wiener Grünen zum Vorschein gebracht haben oder ob es sich nur um die Verirrungen von ein paar Betonierern handelt. Zeigen wird sich das erst mit der Zeit.
Weltbeobachterin
18.09.09 , 13:09
also Hahn oder Schmied nein eher nicht.
gute Köpfe das sind für mich Mitterlehner, Spindelegger und Hundstorfer.
und besser als einige vo dir aufgezählten Grünen
Peter Pilz: einer der Haiders Methoden verwendet nur das ganze in Grün
Ellensohn: für mich ein verquerter Linker
die anderen Kenne ich nicht oder sind OK.
dieter
18.09.09 , 13:09
Mit anderen Worten: Die Grünen sind nicht in der Regierung und somit jungfräulich und unverbraucht. Das ist keine Leistung.
Wenn die Grünen den/die Innenminister/in stellen würden, dann würde er/sie genauso hart attackiert wie Frau Fekter. Als Unmensch dargestellt zu werden gehört da einfach zur Berufsbeschreibung, denn irgendwen muss man halt abschieben, einsperren oder eins auf die Mütze geben, wenn er sich wehrt.
Es ist nicht die Regierung, die sich nicht an das Kyoto-Protokoll hält, sondern Madelene Petrovic, Alexander Van der Bellen, Eva Glawischnig, ihr Mann und all die anderen PS-verliebten Individualmotoristen in Österreich, sowie sämtliche Billigflieger, inkl. “bildungsreisenden” Bobos.
Leute wie Kaspanaze Simma, die sich als echte Grüne wirklich an ihre Ideale halten und wissen, dass Umweltschutz auch Verzicht beinhalten muss, wurden als Provinzielle längst entsorgt und verlacht.
Im Nationalrat haben die Grünen die Erhöhung der Pendlerpauschale ausdrücklich begrüßt, zugestimmt und lediglich bemängelt, dass die Wenigverdiener nichts davon abbekommen. Wenn man die Geringverdiener auch noch zum Pendeln animieren würde, dann würde sich das Verkehrsaufkommen noch mehr erhöhen. (Und die Wohlhabenden fahren sowieso soviel sie wollen, Transfertleistung hin oder her)
Was bleibt sind die Stehsätze “Die Grünen fordern” und “Die Regierung hat verabsäumt/muss fördern”, also unkontroversielle Oppositionspolitik, die niemanden groß verärgert, die auch im Prinzip jeder ohne viel Vorwissen betreiben könnte.
Fördern und verbessern ist zwar gut und wichtig. Speziell in Sachen Stadtplanung und Radverkehr gibt es da bei den Grünen ja auch Expertise. Nur hat das Grenzen. Selbst, wenn man die U-Bahnen mit Massagestühlen, Bluray und Stripperinnen ausstatten würde, würden die meisten Autofahrer ihr Gefährt trotzdem vorziehen.
Franz Joseph
18.09.09 , 13:09
Von der Aggro-Ankündigung auf Twitter zum Ellensohn-Lob im Beitrag!
Ein guter Weg. Ein guter Artikel. Gratuliere!
Tom Schaffer
18.09.09 , 14:09
das was du ursprünglich schreiben wolltest, hätte mich unheimlich gelangweilt. insofern: gut, dass dir der schritt aus dr frustfalle gelingt. obwohl glaube ich an der inhaltlichen integrität der grünen nie zweifel geherrscht haben, ist es gut diese auch mal wieder zu betonen.
Stefan
18.09.09 , 14:09
Gerald, danke für den Artikel.
Jetzt interessiert mich aber noch deine Meinung zu ichkandidiere.at – weil’s mich wundert, daß die Hauptforderung der Grünen Vorwahlen, nämlich eine offene Zweiweg-Präsentation der Kandidaten, von den Grünen erfüllt wurde, und keiner der Initiatoren von #GrueneVW dazu was sagt. Obwohl einige im IT-Bereich tätig sind, und somit durchaus eine professionelle, analytische Sichtweise haben.
The Sandworm
18.09.09 , 17:09
@Gerald Ja das kann ich schon nachvollziehen – ich hab selber einen ähnlichen, also sehr negativen, Blogpost geschrieben und beschlossen, ihn nicht zu veröffentlichen! Aber gerade die Frage, ob es sich um ein Sittenbild oder um ein paar Verirrungen handelt scheint mir vordergründig noch zu wichtig, um schon jetzt die Flinte ins Korn zu werfen. Ich hoffe natürlich, dass nicht das Sittenbild Bestätigung findet…
Gerald Bäck
18.09.09 , 20:09
@stefan Ich habe nicht den Eindruck, dass die Grünen ichkandidiere besonders ernst nehmen, sonst würden zb Stadtrat Ellensohn und die designierte Spitzenkandidatin auf der Plattform fehlen.
Die Seite ist nett, aber ist eben nur eine Seite mit den Kandidaten drauf, ein Dialog wird darauf nicht gefördert und aller Voraussicht nach auch nicht stattfinden. Die Schreibblockmetapher ist Design der 90er. Gerade hier hätten sich die Wiener Grünen eine Menge gratis Konow-How von den VorwählerInnen abholen können, schade drum.
One Brick
18.09.09 , 21:09
Aus ist’s mit der lästigen Zecke – haben wir uns alle wieder lieb!
‘tschudige, aber was Du beschreibst war doch die Ausgangssituation, der status-quo-ante GrueneVW: die Grünen sind die einzige wählbare Gruppierung.
Du schaffst es sehr elegant, alles was zwischen diesem Zeitpunkt und jetzt passiert ist, auszublenden: klassische Verdrängung, wir wollen wieder Freunde sein.
Das klingt jetzt vielleicht ein bisserl schroff, aber Dein blogpost ist genauso überflüssig wie der mit Gift&Galle, den Du wieder gelöscht hast.
Beide bringen uns nämlich nicht weiter. Die einzig wählbare Gruppierung ist in ihrem Kern zu einer strukturkonservativen Postenverteilungsmaschine geworden und kapselt sich systematisch ab.
Wenn diese Entwicklung nicht rasch endet, wird sich am Missstand, der für viele GrueneVW-Teilnehmer Mitmach-Motiv war, nichts ändern: die Panik, dass die einzig wählbare Partei langsam aber sichtbar abschmiert.
Der von Dir plötzlich entdeckte Kuschelkurs befriedigt zwar den offenbar unter Vorwählern weit verbreiteten Wunsch nach Harmonie – nur dadurch werden die Grünen nicht besser.
Stefan
18.09.09 , 21:09
Gerald, ja, ist mir auch schon aufgefallen dass die zwei nicht drauf sind.
Andrerseits stört es mich wenig, denn über die beiden weiß man eh als Zeitungsleser bescheid. Interessanter sind da eher die Leute auf den hinteren Plätzen. Ausserdem kommen ja noch in den nächsten Wochen Leute dazu, und vielleicht ist das so eh Absicht, damit man nicht fälschlicherweise glaubt, es sei schon komplett.
Und wegen Dialog: mir ist aufgefallen, dass ich da via Facebook sofort eingeloggt bin und Fragen stellen kann. Was ich noch nicht getan habe, aber ich finde schon dass das den Dialog fördert. Andrerseits bin ich auch kein Profi in dem Bereich. Ich hab mich nur gewundert, dass die Website auf gruenevorwahlen.at gar nicht erwähnt wird. Was den Dialog ja nicht fördert, denn derzeit wissen vermutlich die wenigsten von der Website.
So könnte man nämlich deine Aussage auch umdrehen, nämlich dass man den Eindruck haben könnte, die GVW nehmen den Wunsch nach Partizipation und Transparenz nicht ernst. Und dieser Vorwurf wäre mir als neuer Unterstützer nicht recht.
Was hättest du denn für sinnvoll erachtet, abgesehen von einer müßigen Diskussion, ob man das Layout jetzt schön und modern oder nicht findet?
Gerald Bäck
18.09.09 , 21:09
@onebrick ich bin jetzt wirklich nicht so der Typ, den alle lieb haben müssen. Aber nur von ein paar zynischen Betonierern lasse ich mir die Grünen auch nicht kaputt machen. Natürlich driften speziell die Wiener Grünen schön langsam in ein strukturkonservatives Eck ab, geprägt von Antifa-Romantik und Gender-Fimmel. Aber im Wettbewerb mit allen anderen Parteien stehen die Grünen immer noch ganz oben am Podest, gefolgt von weit und breit Niemanden. Deswegen hat ewiges Gift und Galle, so berechtigt das wäre, einfach keinen Sinn mehr, von Harmonie kann aber deswegen auch keine Rede mehr sein. Was wären denn Deine Alternative Vorgangsweise?
Franz Joseph
18.09.09 , 22:09
Ach, Gerald! Die Formulierung “Antifa-Romantik und Gender-Fimmel” hast du jetzt also doch noch von deinem nicht veröffentlichen Quoten-Burner abgeschrieben, oder?
Gerade die positven Varianten dieser Schmutzkübeltermini sind es unter anderem, warum die Wiener Grünen so wichtig sind. Zumindest für mich.
Mach doch die klugen Worte deines Beitrags (abgesehen davon, dass meines Erachtens Claudia Smolik kein Bashing verdient hat) nicht kaputt!
Deine Ergänzungen zu ichkandidiere.at unterschreibe ich übrigens auch. Diese Plattform ist antikommunikativ und halbherzig.
dieter
19.09.09 , 13:09
One Bricks Beobachtung hat was.
Stellt euch vor, es gibt Vorwahlen und keiner geht hin. Die Grünen vermuteten, dass die Vorwähler Machtpolitik im Schilde führen. Auf die Frage nach Themen hieß es: “Wir haben keine Themen!”, was den Machtpolitik-Verdacht scheinbar stützte.
Aber offenbar haben die Vorwähler weder das eine, noch das andere im Sinn, sondern nur den Vorwahlgedanken an sich. Sollte die gleiche energische Energie, mit der die Vorwahlfrage monatelang die österreichische Blogosphäre dominierte, jetzt nicht in einer Debatte für oder wider Kandidaten und deren Positionen wieder aufflammen?
Bisher gibt es eher Funkstille. ichkanditiere.at ist zwar unnötig, umständlich und Kopfschmerz-induzierend. Ein paar Blogs bzw. ein Forum und eine statische Webseite hätten gereicht. Aber das kann keine Ausrede sein.
Dennoch erfüllen die Vorwähler eine wichtige Funktion. Nicht als Gestalter, denn dafür müsste man ganz klassisch zum Basiswappler werden, sich Fachkenntnisse aneignen und sich in der Partei behaupten. Aber die Aktion hat uns einige Einblicke in die Partei gebracht. Die Grünen als “normale Partei”, dass die Grünen nur Parteimitglieder als “Grüne” verstehen. Und die Teilnahme an den Wahlen bringt Transparenz und mehr kritische Öffentlichkeit in die Dynamik.
Klaus Werner-Lobo
19.09.09 , 19:09
Die wirklich kritischen DenkerInnen (ich steh zum Gender-Fimmel, und was an Antifaschismus romantisch sein soll muss mir mal erklärt werden) erkennt man an ihrer Fähigkeit zur Selbstkritik, deshalb danke für diesen Beitrag. Die fast ambivalent konstruktive und destruktive Vorwahl-Debatte ist – und damit kritisiere auch ich mich jetzt mal selbst – zum Teil in PolitikerInnen-Bashing ausgeartet, und das ist angesichts der Delegitimation von Politik durch die Hetzer und Privatisierer das Letzte was wir brauchen. Da tut ein bisschen Wertschätzung durchaus mal gut.
aqw
21.09.09 , 15:09
äheeem: Gio Hahn und Claudia Schmid als kompetent und qualifiziert darzustellen, ist aber der größte Blödsinn den ich bisher las.
Die Schmied hat nicht nur die Bildungsreform versaut, sondern auch die Lehrerbelegschaft in der Öffentlichkeit verspottet und so gegen sich selbst aufgebracht.
Gio Hahn wollte ein Prestigeprojekt wie CERN absagen. Und auch die online-Wahl bei der ÖH war so wenig nachgefragt, dass Hahn damit gescheitert ist.
Beide Minister haben bis jetzt nichts gscheites für die österreichische Entwicklung beigetragen!!!
AB
29.09.09 , 21:09
Sehr geehrter Betreiber dieser Page,
ich denke der Umstand, dass sie bei Sozialdemokraten und Volkspartei keine “fähigen Köpfe” kennen, hat damit zu tun, dass sie über die Personen bei diesen politischen Parteien einfach zu wenig informiert sind. Bei den Grünen stellt sich das ganz anders dar, wie sie mit ihrer Aufzählung zeigen. Sie sollten aber nicht vergessen, dass die Chefin der Wiener Grünen die am wenigsten bekannte Parteivorsitzende der Wiener Parteien ist, nur 53% der Wiener Bevölkerung kennen sie.
Sie sollten mal ihren persönlichen politischen Horizont ein wenig erweitern. Die Wiener Grünen sind nicht die letzte Wahrheit politischer Kompetenz in Wien. Vor allem die Sozialdemokraten verfügen über viele hochqualifizierte und kluge Menschen in ihren Reihen – man sollte sich eben nur mal die Mühe machen, die auch mal kennenzulernen. Dann würde man sich selbst die Peinlichkeit ersparen, aus eigener Unwissenheit Frau Schmidt als einzige zu nennen, die was auf dem Kasten hat. Diese konsequenzlose Unwissenheit ist eigentlich schon fast peinlich – mal über den (grünen) Tellerrand sehen bitte, es lohnt!