Uns hats extrem viel Spaß gemacht, zur Steiermark Wahl live auf Sendung zu gehen. Aber das war eigentlich nur die Generalprobe. Am Sonntag gehen wir wieder ab 16:30 auf Sendung. Diesmal wird man uns aber nicht nur hier via Stream verfolgen, sondern auch besuchen können. Wir senden nämlich diesmal gemeinsam aus dem neue eröffneten Sektor 5 coworking space, die uns ihre Bar dankenswerterweise dafür zur Verfügung gestellt haben. Wenn Du also nicht bei einer politischen Partei zur Wahlparty eingeladen bist, uns immer schonmal vor Ort die Meinung geigen wolltest oder einfach nichts besseres zu tun hast, dann ist nächsten Sonntag die beste Gelegenheit dazu.
Unnötig zu sagen, dass das ganze natürlich ein Experiment ist!-) Für alle die nicht zu unserer Wahlsause kommen wollen, aber trotzdem etwas zu sagen haben, besteht natürlich wie beim letzten mal die Möglichkeit, sich via Skype einzuklinken oder seinen Senf via Twitter abzugeben. Unseren Hashtag haben wir nochmal überdacht er lautet nun #ppcast.
Michael Häupl kann sich entspannt zurücklehnen. Während es HC Strache wiedermal nicht erwarten kann, den Jargon der 40er zu verwenden und so ohne Maske in der Wählergunst sinkt, spielen die Grünen Volksfront von Judäa gegen Judäische Volksfront. Die ÖVP konnte das nicht auf sich sitzen lassen und plakatiert einen sehr sympathisch wirkenden Bürgermeister quasi als Kapitulationserklärung.
Die Wiener ÖVP setzt also ihren hilflosen Fettnäpfchen-Wahlkampf fort. Das Plakat fügt sich nahtlos in die Forderung nach einer patroullierenden Militärpolzei auf der Kärntner Straße oder die gefekterten “Aber bitte auf Deutsch” Plakate. Zugegeben, die ÖVP, wie auch die Grünen befinden sich in einem strategischen Dilemma, denn egal wie die Wahl ausgeht, der Bürgermeister wird am Ende wieder Michael Häupl heißen. Verliert die SPÖ die Absolute dann haben beide nur die Möglichkeit, sich gegenseitig in den Verhandlungen zu unterbieten. Warum die ÖVP deswegen gleich Wahlwerbung für Häupl macht, könnte vielleicht schon diesem Wettbewerb geschuldet sein!-)
Auch der optische Vergleich der beiden heute vorgestellten ÖVP Plakate hilft bei dieser Frage nicht weiter. Denn Häupl wirkt auf diesem Plakat um einiges frischer und dynamischer als die statisch am Plakat klebende Marek. Aber das könnte eine Anlehnung an die letzte SPÖ/ÖVP Koalition in Wien sein, denn da bleibt ebenfalls die Frage bis heute unbeantwortet, was denn nun das Neue war, das die Herren Görg und Marboe in die Wiener Stadtregierung brachten? Außer dass die Wiener Verkehrsbetriebe jetzt auch am 1. Mai unterwegs sind, blieb mir da jedenfalls nicht viel im Gedächtnis. Das ist zwar eine nette Sache, reicht aber wahrscheinlich nicht aus, um sich einen prominenten Platz in der Wiener Stadtgeschichte zu sichern.
Der Wiener Wahlkampf wird uns also noch viele Überraschungen seitens der Wiener ÖVP und wahrscheinlich auch allen anderen Oppositionsparteien bringen und es darf vermutet werden, dass diese Überraschungen meistens positiv für die Bürgermeisterpartei sein werden. Warum ich mir da gerade bei der ÖVP so sicher bin? Weil ich denke, dass jemand der so ein Video auf seiner eigenen persönlichen Homepage eingebunden hatte, sowohl über schlechte Berater als auch über ein besonders schlechtes Urteilsvermögen verfügt.
Was bei den Wiener Grünen im Argen liegt und warum es schief läuft, habe ich hier schon öfter zu analysieren versucht. Aber nichts beschreibt die Misere besser als dieser Link:
In der Hauptrollen ein beleidigter zukünftiger Ex-Bezirksvorsteher und ein alter Bekannter namens Gerhard Ladstätter. In den Nebenrollen gibt es interessante Einblicke in die mangelnde demokratische Reife der Wiener Grünen. Fazit: Die falsche Partei, mit dem richtigen Programm!-(