Sommergespräche … Gähn

von Gerald Bäck am 11.08.09

Was war das jetzt eigentlich in Mörbisch? Während Erika Pluhar Maria Vassilakou dummer Fragen stellen durfte, saß Ingrid Thurnherr daneben und machte eigentlich was ? Bei so harmlosen und unbedarften Fragen über Society, Latzhosen und Co, darf man sich über die endlose Nivellierung unserer Politik nicht beschweren.

Erika Pluhar gab sich alle Mühe die zweifellos vorhandenen Widersprüchlichkeiten bei den Grünen anzusprechen und aufzudecken und entblößte dabei vor allem sich selbst. So sagte Pluhar zum Beispiel:

… ein einfacher Sprachduktus zu finden, der nicht in die populistische Verdummung hineinführt …

Da frage ich mich natürlich, welchen Duktus Frau Pluhar meint, denn ihr eigener kann es nicht sein. Im weiteren Gespräch warf sie den Grünen immer wieder vor, dass sie eben keine einfachen Lösungen anbieten keine einfache Sprache sprechen und zu abgehoben seien. Gleichzeitig wurde Vassilakou aber zum Beispiel ebenfalls ein Interview gemeinsam mit Richard Lugner vorgeworfen und Glawischnig wohl wenn auch verklausuliert ihre Society Affinität. So kann es eben gehen, wenn man unbedarfte Schaustellerinnen Interviews führen lässt. Ich persönlich möchte jedenfalls keine Grünen, die die Sprache des Stammtischs oder so wie Pluhars Partei die der Kronen Zeitung sprechen. Es ist auch irrelavant, wie jemand gekleidet ist und ob eine Politikerin in der Society Berichterstattung auftaucht oder nicht. Ein Problem wirds nur dann, wenn diese Aktivitäten die Inhalte verdrängen, aber das ist vielmehr ein Problem der SPÖ.

Ingrid Thurnher setzte auch in den Sommergesprächen ihre gnadenlos schlechte Performance fort. Nicht nur, dass Pluhar über weite Strecken das Gespräch führte, war Thurnher zusätzlich schlecht vorbereitet. So bezeichnete sie die Grünen Vorwahlen als Projekt der Wiener Grünen, das diesen aus der Hand geglitten sei. Ein unglaublicher Recherchefehler.

Vasillakou konnte in so einem Gespräch eigentlich nicht glänzen, freilich war ihre Antwort zu den Grünen Vorwahlen alles andere als ehrlich oder befriedigend.  Aber wie will man dieses Desaster - verursacht von Betonierern im Grünen Landesvorstand - auch wirklich befriedigend erklären? Mir schwant jedenfalls fürchterliches, wenn ich mir überlege, dass demnächst HC Strache genauso stümperhaft behandelt werden wird.

Was mich nervt!

von Gerald Bäck am 30.01.09

Ich hab mir zwar vorgenommen im neuen Jahr auch ein paar positive Postings zu machen, aber leider hat das eben dieses denkbar schlecht begonnen. Deswegen heute ein kleines Frustposting von mir mit allem, was mich derzeit nervt.

Die Grippewelle
Zwei mal krank in einem Monat. Beim ersten mal musste ich den Sylvesterbrunch absagen und beim zweiten mal konnte ich nicht zur mbc09 nach Hamburg fliegen. Wobei sich mir schon die Frage stellt, warum unsere Ärzte heute Bypässe legen und Schafe klonen können und bei einer stinknormalen Grippe, kriegt man nichts außer eine Krankschreibung und ein Schulterzucken.

“In Zeiten wie diesen”
Wie dumm ist eigentlich diese Floskel. Kein Journalist, kein Politiker scheint ohne sie auszukommen. Reinhold Mitterlehner - unser Wirtschaftsminister mit 23 Jahren Kammererfahrung - dürfte gar nicht mehr in der Lage sein, einen Satz ohne die Floskel zu bilden. “In Zeiten wie diesen” ist eine Killerphrase, die vorzugsweise immer dann zum Einsatz kommt, wenn es an argumentativer Kraft fehlt.

Die Grünen
Die Lage hat sich seit meinem letzten Posting verschärft. Jetzt haben sie schon Angst, dass das unwissende Volk Voggenhuber per Vorzusgsstimme doch ins EU-Parlament bringen könnte. Ich mag Voggenhuber gar nicht, weil ich ihn für arrogant und selbstgefällig halte, aber wenn er wirklich so viele Wähler mobilisieren kann, dann hätte er sich sein EU-Mandat verdient.

Die Verschrottungsprämie
Eindeutig noch dümmer als Feymanns Mehrwertsteuersenkung ist die Verschrottungprämie. Anstatt Öffis auszubauen oder beispielsweise den Fahrradkauf zu fördern, wird also der Verbrennungsmotor und damit die Autoindustrie unterstützt. Eine Industrie, die sich jahrzehntelang einer Ökologisierung verweigert hat und deren ökonomisches Unvermögen wir jetzt bezahlen sollen.

Die Schottermizzi
Für Rehleinaugen ist der Pitbull im Innenministerium bekanntlich nicht so empfänglich, aber auch wenn man von der russischen Geheimdienstmafia bedroht wird, bleibt das Ministerium cool. Schließlich lag keine konkrete Bedrohung vor. Nachdem dem Tod des tschetschenischen Flüchtlings, wusste man von nichts und tischte eine Lüge nach der anderen auf. Erst hatte er nie um Personenschutz angesucht, dann hatte man Personenschutz angeboten und dieser wurde abgelehnt usw. In Österreich tritt da natürlich niemand zurück, wäre ja noch schöner in Zeiten wie diesen.

Obamamania
Was kann der Mann eigentlich nicht? Das einzige, was feststeht ist, er wird besser als sein Vorgänger sein, aber diese übertriebenen Erwartungen der Medien nerven. Obama ist kein Messias, er kann nicht übers Wasser gehen oder Lahme gehend machen.

Thurnher vs. Fleischhacker
Am Anfang war’s noch lustig, aber im letzten Falter widmet Thurnher eine ganze Seite seinem augenscheinlichen Intimfeind. Da werden Rechnungen gestellt, Anwaltsbriefe geschrieben und Beleidigungen ausgetaucht. Zwei tolle Journalisten verplempern ihre Zeit mit Sandkastenscharmützeln und nerven damit auch noch ihre Leser. Als ob die unendlich schlechte Kolumne über “die Mimis” und “den Langen” von Doris Knecht in Zeiten wie diesen nicht schon Qual genug wäre.

Die Superbowl

Stopp. Das ist was gutes. Ein Lichtblick. Von Sonntag auf Montag werden die Cardinals den Steelers zeigen, wo der Bartl den Most herholt. In Zeiten wie diesen werden aber die Steelers gewinnen.

Im übrigen bin ich der Meinung, dass die Internetdebatte im Falter fortgesetzt werden sollte.

Armin Thurnher voll daneben

von Gerald Bäck am 18.12.08

Armin ThurnherZugegeben, das Internet als ganzes wurde und wird oft als eine Art Heiliger Gral oder Eierlegende Wollmilchsau beschrieben. Nichts scheint unmöglich, kein Geschäftsmodell abstrus genug, kein Problem groß genug, dass es nicht das Internet lösen könnte. Auf der anderen Seite gibt es jene, die dem Internet mangelnde Qualität und Wahrheitsgehalt unterstellen, unser Jugend gefährdet sehen und den Untergang des Abendlandes beschwören. In diesen Chor stimmt auch Armin Thurnher in seiner dieswöchigen Kolumne ein und zeigt damit, dass er vom Netz recht wenig Ahnung hat.

Heinz Wittenbrink schreibt dazu sehr treffend in seinem Blog: “Wer das Internet nicht ernst nimmt, weil anonym Unsinn gepostet werden kann, darf den Falter nicht mehr ernst nehmen, weil die Krone ein Schmierblatt ist.” Wenn man sich dazu überlegt wie viel Unsinn in einer Ausgabe der Zeitung “Österreich” steht muss man schon länger suchen, um ähnlichen Schund im Internet zu finden.

Aber es geht hier gar nicht im einen Wettbewerb zwischen klassischen Medien und Medien im Internet, sondern darum das beste aus beiden Welten herauszuholen. Schlecht recherchierte Leitartikel mit weltfremden Forderungen wie “…, im Internet nur Menschen zur Publikation zuzulassen, die sich identifizieren..” helfen da allerdings wenig.