6. BäckBlog Politikpodcast

von Gerald Bäck am 18.06.10

Nach dem Mai bedingten Feitertagschaos ist es endlich soweit und der 6. Politikpodcast ist online. Diesmal diskutieren Susanne Zöhrer, Max Kossatz, Martin Thür, Martin Schimak und ich über:

  • Das Ableben Hans Dichands und die Auswirkungen auf die Medienlandschaft und die Politik
  • Das Ableben der ORF Futurezone
  • Das neue ORF Gesetz
  • Joachim Gauck, der Präsidentschaftskandidat der Herzen
  • Neue Zensurgesetze in Italien
  • Wer wird Fußballweltmeister
 

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Sommergespräche … Gähn

von Gerald Bäck am 11.08.09

Was war das jetzt eigentlich in Mörbisch? Während Erika Pluhar Maria Vassilakou dummer Fragen stellen durfte, saß Ingrid Thurnherr daneben und machte eigentlich was ? Bei so harmlosen und unbedarften Fragen über Society, Latzhosen und Co, darf man sich über die endlose Nivellierung unserer Politik nicht beschweren.

Erika Pluhar gab sich alle Mühe die zweifellos vorhandenen Widersprüchlichkeiten bei den Grünen anzusprechen und aufzudecken und entblößte dabei vor allem sich selbst. So sagte Pluhar zum Beispiel:

… ein einfacher Sprachduktus zu finden, der nicht in die populistische Verdummung hineinführt …

Da frage ich mich natürlich, welchen Duktus Frau Pluhar meint, denn ihr eigener kann es nicht sein. Im weiteren Gespräch warf sie den Grünen immer wieder vor, dass sie eben keine einfachen Lösungen anbieten keine einfache Sprache sprechen und zu abgehoben seien. Gleichzeitig wurde Vassilakou aber zum Beispiel ebenfalls ein Interview gemeinsam mit Richard Lugner vorgeworfen und Glawischnig wohl wenn auch verklausuliert ihre Society Affinität. So kann es eben gehen, wenn man unbedarfte Schaustellerinnen Interviews führen lässt. Ich persönlich möchte jedenfalls keine Grünen, die die Sprache des Stammtischs oder so wie Pluhars Partei die der Kronen Zeitung sprechen. Es ist auch irrelavant, wie jemand gekleidet ist und ob eine Politikerin in der Society Berichterstattung auftaucht oder nicht. Ein Problem wirds nur dann, wenn diese Aktivitäten die Inhalte verdrängen, aber das ist vielmehr ein Problem der SPÖ.

Ingrid Thurnher setzte auch in den Sommergesprächen ihre gnadenlos schlechte Performance fort. Nicht nur, dass Pluhar über weite Strecken das Gespräch führte, war Thurnher zusätzlich schlecht vorbereitet. So bezeichnete sie die Grünen Vorwahlen als Projekt der Wiener Grünen, das diesen aus der Hand geglitten sei. Ein unglaublicher Recherchefehler.

Vasillakou konnte in so einem Gespräch eigentlich nicht glänzen, freilich war ihre Antwort zu den Grünen Vorwahlen alles andere als ehrlich oder befriedigend.  Aber wie will man dieses Desaster – verursacht von Betonierern im Grünen Landesvorstand – auch wirklich befriedigend erklären? Mir schwant jedenfalls fürchterliches, wenn ich mir überlege, dass demnächst HC Strache genauso stümperhaft behandelt werden wird.

Lorenz != Quote != Qualität

von Gerald Bäck am 2.02.09

Wolfang “Scheiß-Internet” Lorenz hat wieder zugeschlagen. In einem Interview mit der APA zum Ende der vierten Starmania-Staffel gab er folgendes zu Protokoll:

“Solchen jungen Menschen eine Chance zu geben, ist der Sinn solcher Shows. Die Sinnhaftigkeit erklärt sich also von selbst”, unterstrich Lorenz. Die Quoten seien ihm gemessen daran “wurscht”. (APA0105 5 KI 0613 MI)

Also ist Starmania doch ein intellektuelles Kulturprogramm? Geht es dabei ausschließlich um die Unterstützung junger Talente, die sich mit dem Nachsingen von seichten Popsongs unter dümmlichen Kommentaren von Arabella Kiesbauer ihre ersten Sporen verdienen sollen? Diese Teilnehmer sehen das mittlerweile wohl etwas anders. Es gehört schon eine besonders große Portion Zynismus dazu, so über eine Sendung zu sprechen, deren Konzept vor allem darauf aufbaut, junge Menschen in einer  Freakshow vorzuführen.

Wrabetz, Kiesbauer & Lorenz im Starmania Studio

Wrabetz, Kiesbauer & Lorenz im Starmania Studio

Erinnert sich noch jemand an die “Größte Programmreform aller Zeiten”, die von Lorenz konzipiert wurde und sich letztlich zum größten Flop aller Zeiten entwickelte? Damals meinte er in einem Interview mit der Zeit zum Thema Qualität und Quote:

Qualität und Quote sind kein Widerspruch, sondern eine Übereinstimmung, an die ich glaube. Sonst hätte ich nicht so lange beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk gearbeitet. Die Frage ist nur: Wer beurteilt Qualität, und wie geht man mit Quote um?

Über den Misserfolg seiner Programmreform braucht sich niemand mehr zu wundern, wenn seine Beurteilung der Qualität am Beispielt Starmania so aussieht. Mit schlechten Quoten hat Lorenz Erfahrung, sein Problem ist nur, er hat keinerlei Erfahrung mit qualitativ hochwertigen Sendungen. Ich bin schon gespannt, wie uns die schlechte Quote der nächsten Tanzsendung verkauft werden wird. Vielleicht mit dem viel wichtigeren Integrationsgedanken durch Teilnehmer mit Migrationshintergrund wie “Dem Inder” aus der tele.ring Werbung? Da kann einem die Quote auch wurscht sein, oder?

Im übrigen bin ich der Meinung, dass die Internetdebatte im Falter fortgesetzt werden sollte.

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