Schlechter Start für #heifi2010

von Gerald Bäck am 23.11.09

Ein konzentriert schreibender Heinz Fischer sitzt an seinem ordentlich aufgeräumten Schreibtisch. Sorgsam trapiert ist darauf ein Babyfoto (Familie), drei Äpfel (Gesundheit), eine Ausgabe der Verfassung (Gerechtigkeit), frische Blumen (Naturverbundenheit und Geist fürs Schöne), ein geöffnetes Packerl Manner-Schnitten (Patriotismus) und ein Hufeisen (Aberglaube). Überraschung. Heinz Fischer möchte für das Amt des Bundespräsidenten wieder kandidieren. Und weil ohnehin niemand ernsthaft angenommen hat, dass Fischer nicht kandidieren würde, ist das eigentlich spektakuläre die exlusive Ankündigung seiner Kandidatur via Youtube. Nette Sache eigentlich, und man kann ja darüber hinwegsehen, dass sein Auftritt etwas gespreizt daherkommt. Man merkt richtig, dass das Kamerateam einige Takes gebraucht hat, bis die Aufnahme im Kasten war. Vor allem der staatstragende Einstieg mit einem konzentriert schreibeneden Fischer und sein unmotiviertes Aufstehen wirken etwas gesteltzt. Allerdings ein wirlich lockerer natürlicher Typ ist UHBP eben auch nicht, es könnte also letztlich doch authentisch.

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=hfxQurRWqDA[/youtube]

Mit der Exklusivität auf Youtube ist es übrigens nicht allzu weit her, denn zeitgleich wurde Heinz Fischers Kandidatur auch über OTS bekannt gegeben. Offensichtlich traut UHBP oder seine PR-Verantwortlichen dem Web2.0 Braten doch noch nicht so ganz. Wobei ich mit selbst die Frage stelle, ob es wirklich eine voteilhaftes Konzept ist, den Bundespräsident unter dem Hashtag #heifi2010 promoten zu wollen? Einmal abgesehen davon, dass das Amt an sich ein realtiv unnötiges ist, bleibt doch der einzige USP für Heinz Fischer sein langweiliger staatstragender Habitus. Auf so einen Staatsnotar stehen Frau und Herr Österreicher offensichtlich. Ob dabei die schnelllebigen Kommunikationstools wie Twitter und Facebook wirklich helfen und ob es sinnvoll ist den Bundespräsidenten mit #heifi2010 gleichzusetzen, was mehr nach abgehalfterten DJ klingt, wage ich zu bezweifeln.

Allzu weit her ist es ohnehin nicht mit der Web2.o Affinität des Bundespräsidenten. So vergaß man anscheinend die Domain heifi2010.at zu sichern, die gehört jetzt Kollegen Thomas Knapp vom feuerhaken. Immherin gibt es mittlerweile einen Twitteraccount, freilich ohne Portrait und ohne Updates und ich bezweifle, dass das ein offizieller Account ist. Echte Netzkompentenz sieht jedenfalls anders aus, noch dazu wo Domaingrabbing aber sowas von 90er ist!-)

Inhaltlich bietet der Kandidat Heinz Fischer wenig. Was sollte er auch groß sagen nach sechs langweiligen Jahren als Staatsnotar, außer ein paar Stehsätzen:

  • Wir wissen, dass unser Land vor großen Herausforderungen steht.
  • Ich möchte ein Brückenbauer sein.
  • Wir müssen wissen, dass die Zukunft eines Landes auf engste mit der Zukunft unserer Jugend zusammenhängt.

Die drei Sätze waren übrigens schon das inhaltlich anspruchvollste in seiner Rede. Einen interessanten Aspekt wirft Gerhard Loub auf: Was wurde eigentlich aus der digitalen Hofburg? Aus BürgerInnenkonferenzen im Internet, der interaktiven Neujahrsansprache, der Einbindung von Info-Terminals, NGO-Kompetenzforen, Bürger/innenbeteiligung bei Auslandsreisen und der gläsernen Hofburg? Irgendwie hat Heifi darauf vergessen!

Aber auch wenn die politische Rolle und Funktion unseres Bundespräsident nicht wirklich klar ist, dürfte Heinz Fischer als Bundespräsident durchaus eine sportlichen Wert haben:

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VdB – Voll der Präsident

von Gerald Bäck am 23.06.09

Wenn Hans Dichand einen fahren lässt, dann können Blogger das schon lange, dachte sich wohl Kollege Andy Gabmeyer von alteknacker.at als er gestern sein Posting dazu verfasste. Andy hat auch gleich eine Facebook Gruppe dazu gegründet, die mittlerweile über 200 Mitglieder hat. Ebenfalls auf den VdB-Zug aufgesprungen ist Niko Alm, der auch gleich ein sehr nettes Wahlplakat mit tollem Slogan kreiert hat:

Hans Dichand hat also endgültig den Vorhof der Macht verlassen und übt sich jetzt gönnerhaft als unberechenbarer Wahlhelfer. Erst sollten sogar die lieben Viecherl Faymann wählen, um anschließend bei der EU-Wahl dem personifizierten Rächer aller Glühbirnen HPM massiv zu unterstützen. Jetzt sind also die Prölls an der Reihe. Regentenhaft wünscht sich Hans Dichand den Onkel Pröll als HBP und den Neffen Pröll als Kanzler. Beide werden sich hüten, Onkel Hans zu widersprechen. Der vielgeschmähte Schweigekanzler wird also bis auf weiteres der letzte bleiben, der auch gegen Dichand regieren konnte und wollte, wobei regieren war es ja nicht, eher eine Postenmaschine für schwarz, orange und blau.

Ich gestehe, bei der letzten Bundespräsiwahl bin ich einfach nicht hingegangen. Die Wahl zwischen Fischer und Ferrero erschien mir relativ sinnlos. Noch dazu handelt es sich um ein sinnloses Amt, da der Bundespräsi in der Praxis null Macht hat. Trotzdem ist es reizvoll gegen den farblosen Abwiegler Fischer und dem absolutistischen Herrscher über Niederösterreich einen besseren Kandidaten ins Spiel zu bringen. Also VdB – Voll der Präsident.

Frau sein ist nicht genug

von Gerald Bäck am 9.03.09

Ich staunte nicht schlecht, als in der gestrigen Pressestunde Ministerin Gabriele Heinisch-Hosek forderte, dass eine Frau in der Person von Außenkommissarin Ferrero-Waldner den österreichischen Kommissar stellen müsse. Erinnert sich noch jemand an den Wahlkampf Fischer vs. Ferrero? Da hieß es von seiten der SPÖ-Frauen, dass eben “Frau sein nicht genug sei” und es komme auf die Inhalte an und deswegen sei Fischer die bessere Wahl. Einmal abgesehen von der durchaus traditionellen Kompetenzverteilung in der Familie Fischer, habe ich mich damals schon gefragt, wo wenn nicht beim überaus unwichtigen Amt des Bundespräsident ist dann das Geschlecht Qualifikation genug?

Naja seis drum, es ist in der Praxis nämlich relativ egal, wer Bundespräsident ist. Das Beispiel zeigt nur sehr schön, wie ehrlich es die SPÖ mit der Emanzipation meint. Geht es um Positionen, die von der ÖVP besetzt werden, dann muss das unbedingt eine Frau machen. Steht ein SPÖ-Kandidat im Wahlkampf gegen eine Frau, dann ist die Emanzipation nicht mehr ganz so wichtig.

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