Ich stelle mit erschrecken fest, dass ich tatsächlich immer älter werde. Mit dem älter werden kommen auch die ersten Wehwechen und deswegen muss ich in nächster Zeit ein MRT machen lassen. So ein MRT ist angeblich ziemlich teuer und aus daher kriegt man das nicht einfach per Überweisung durch den Facharzt, sondern muss diesen noch zusätzlich von einem Chefarzt der zuständigen Krankenkasse bewilligen lassen. In meinem Fall ist das die SVA als Sozialversicherung der Selbstständigen.
Man muss sich also mit der Überweisung zur SVA Filiale in der Wiedner Hauptstraße begeben, die übrigens öffentlich ziemlich blöd zu erreichen ist und ganz unglückliche Öffnungszeiten hat. Dort Angekommen, begibt man sich erstmal zum Annahmeschalter, um der dort wartenden sehr zuvorkommenden Dame sein Anliegen vorzutragen. Anschließend erhält man den Hinweiß, man solle kurz Platz nehmen und werde dann aufgerufen. Meiner Erfahrung mit Ämtern widersprechend wurde ich innerhalb von Minuten aufgerufen – Ein Tweet ging sich jedenfalls nicht aus. Die Dame am Schalter nahm meine Überweisung entgegen und verschwand damit in einen Nebenraum, in welchen meiner Vermutung nach die Chefärtzin ordinieren dürfte. Die Schalterdame kam sofort wieder zu mir zurück und überrechte mir die abgestempelte und damit genehmigte Überweisung.
Einerseits war ich sehr überrascht und erfreut über die schnelle Abwicklung bei der SVA, denn der selbe Vorgang in einer Außenstelle der WGKK dürfte gerüchteweise eher eine Aufgabe sein, die schon mal einen halben Tag in Anspruch nehmen kann. Andererseits stelle ich mir die Frage nach dem Sinn. Wie will die SVA die Notwendigkeit einer solchen Untersuchung feststellen, ohne dass mich einer Ihrer ÄrtzInnen auch nur gesehen oder mit mir gesprochen hätte. Mein Schluss daraus ist, es geht dabei nur um die Schikane kranker Menschen und vielleicht auch um eine stärkere Kontrolle der FachärtzInnen. Also weg damit.
Politische Korrektheit lässt mich nicht los und fast schon war ich versucht diesen Artikel P.C.-Terror zu nennen, aber damit hatte ich Andreas Lindinger sehr unrecht getan. Andreas hat nämlich einen offenen Brief an Unilever wegen deren neuester Werbekampagne geschrieben.
Ich wusste bisher nicht, dass das Wort Mohr genauso wie Neger einen rassistischen bzw. beschimpfenden Hintergrund hat, aber schon allein weil Mohr ein sehr altmodisches Wort ist, wäre ich ohnehin nie auf die Idee gekommen, dieses zu verwenden. Da könnte ich ja auch meine Cousine Base und meinen Onkel Oheim nennen. Für mich ist es klar, Menschen, Minderheiten, Volksgruppen so zu benennen, wie sie das wünschen und eben nicht als diskriminierend empfinden, aber meiner Meinung nach gilt das nur für die Menschen und eben nicht für Dinge. Ich kann an folgenden Begriffen nichts rassistisches erkennen:
Zigeunerräder
Eskimo-Eis
Negerbrot
Mohr im Hemd
Mohrenbräu
Der Meinl Mohr
Rote Indianerbohnen
Negerbusserl
Indianer mit Schlag
Zigeunersauce
Alles Lebensmittel die mehr oder weniger gut schmecken und Begriffe verwenden, die heute im Zusammenhang mit Menschen negativ konnotiert sind, weil man diese damit unter Umständen verächtlich macht. Nur gilt das dann auch für Lebensmittel? Diskriminiert es wirklich einen Roma, wenn ich ein Zigeunerrad esse und sind die Inuit beleidigt, wenn ich ein Cornetto von Eskimo esse? Ich kann mir das nicht ganz vorstellen. Was ist das diskriminierende daran, wenn man ein Lebensmittel mit einem Begriff belegt, der ohnehin auf keinen Menschen mehr angewendet werden sollte und daher niemanden mehr betrifft.
Ob es für das Unternehmen und das Produkt selbst so besonders absatz- und imagefördernd ist, wenn die Schokolade Negerbrot heißt, steht dabei auf einem anderen Blatt.
Gestern hatte ich die Ehre, in der FM4 Morning Show bei Steward Freeman und Nina Hoferttp://urlaubmitfreunden.at/ vorstellen zu dürfen. Danke an Max Kossatz für die Aufnahme.