Stirb, Twitterwall, stirb!
In meiner mittlerweile doch recht regen Konferenz- und Barcampaktivität habe ich bisher noch nie eine Twitterwalleinbindung erlebt, die für die Veranstaltung irgendetwas Sinnvolles gebracht hätte. Egal, ob auf der re:publica, einem Barcamp oder gestern am Word Blogging Forum, sobald eine Twitterwall im Spiel ist, kriegen sich die versammelten Kommunikationsprofis nicht mehr ein und ätzen, was das Zeug hält.
Zotendruck
Ob berechtigt oder unberechtigt, wichtig ist die Zote, der Lacher, um auch endlich mal den großen Mann auf der Twitterwall markieren und seine 15 Sekunden Ruhm einheimsen zu können. Manche davon können ja wirklich durchaus charmant und witzig sein, aber für die Veranstaltung bringt das nur selten etwas. Meistens schaukelt sich die Stimmung allerdings auf und dann wird auch schon mal darüber gelästert, ob der Referent denn schwitze und/oder lisple. Und schließlich finden sich dann 100%ig jene, die behaupten, die Twitterwall würde zensuriert werden, als ob die Veranstalter nicht besseres zu tun hätten als jeden Tweet zu moderieren, selbst wenn, sollte man sich fragen, warum gerade die obigen unterirdischen Tweets durchgehen.
Keine Chance für die Vortragenden
Für die Vortragenden sind Twitterwalls abgesehen von diesen Schlägen unter die Gürtellinie ebenfalls kaum sinnvoll einzubinden. Als Vortragender muss man sich vor allem auf seinen Vortrag (sic!) und das anwesende Publikum konzentrieren. Man verlangt also schlicht unmögliches Multitasking.
Letztlich gibt es auch technisch keine Rechtfertigung für eine Twitterwal mehr. Jeder Teilnehmer an einer solchen Konferenz hat mindestens ein Device zur Verfügung, wo er den Twitterstream zur Veranstaltung jederzeit und nach eigenen Vorlieben mitverfolgen kann. Freilich entfällt dann die Möglichkeit, den eigenen Namen aufs Podium zu schummeln und vielleicht sogar für einen kollektiven Lacher zu sorgen.
Wenn wir alle von der Möglichkeit sprechen, dass Social Media wegen seines Rückkanals besonders wichtig für den Dialog sei, dann kann bestimmt nicht die Twitterwall gemeint sein. Denn dieser Rückkanal ist vergiftet. Twitterwalls treten den Vortragenden von hinten in den Allerwärtesten und erwarten sich dann ein freundliches Danke. Twitterwalls sind immer mehr wie der Depp, der beim Klassenfoto Eselsohren macht.
Ich will auf einer Veranstaltung zu allererst zuhören, was die Vortragenden zu sagen haben und anschließend nach Möglichkeit thematisch und vielleicht auch emotional diskutieren, aber ich will nicht einer Reihe von Reserve-Kabarettisten auf der Suche nach dem nächsten schlechten Witz ausgesetzt sein.

Dan
14.11.10 , 17:11
Im Gegenteil…die Twitterwall erlaubt es jenen Besuchern, die weder eine Smartphone noch einen Laptop mithaben, zu verstehen, warum und worüber die anderen gerade kichern.
max
14.11.10 , 17:11
eines der probleme ist immer, das die veranstalter vergessen den vortragenden eine chance zu geben, die twitterwall zu sehen. da fehtlt immer der monitor auf der bühne der genauso gut einsehbar ist wie die twitterwall für die zuhörenden. diese problem gibt den zuschauern das gefühl, hinter dem rücken der vortragenden etwas machen zu können.
auch glaube ich nicht, dass die twitterwall völlig sinnlos ist, aber man sollte sie nicht so prominent in szene setzen. wie du schon richtig sagst hat eh jeder ein device wo er das mitlesen kann, aber trotzdem sollte sie irgendwo, zwecks “synchronisierung” für alle einsehbar sein.
ich fand die twitterwall vor zwei jahren auf der ars recht gut eingesetzt, da gab es auch ein bis zwei personen, die jeweils zusammengefasst haben, was auf twitter passiert ist. das ist eben ein weiterer punkt: die moderation der veranstaltung muss auch damit umgehen können, das ist sehr oft nicht der fall.
was eine twitterwall zeigt ist, wie gut eine veranstaltung vom publikum angenommen wird, war auch gestern bei wbf2010 so: gute vorträge wurden durch links, etc. ergänzt und promotet, schlechte vorträge dementsprechend kommentiert. eine twitterwall multipliziert sehr stark die radikalität der meinungen, hier sind wiederum die moderatoren bzw. die veranstalter gefragt um damit umzugehen.
fazit: sterben sollte die twitterwall nicht, aber man sollte sich mehr gedanken darüber machen, wie man sie einsetzt. einfach hinknallen reicht nicht (mehr).
CEEA
14.11.10 , 17:11
/signed
Man müsste gewisse Twitterwall-Standards schaffen…
tomlutz
14.11.10 , 17:11
Das kommt wohl ganz auf die Veranstaltung bzw. die Leute dort an. Ich war letzte Woche auf einer Konferenz in den USA, mit Twitterwall (#raganMSFT), und kann nur Positives dazu sagen, z.B. wie man in break-out sessions instant mitbekommt, was gerade im Nebensaal los ist und falls interesanter, einfach mal rüber geht. Auch die Einsichten anderer sind sehr interessant, da ja jeder etwas andereres aus Vorträgen herausliest oder hervorhebt. Ich finde das in Summe eher sehr vertiefend und erweiternd. Schauen Sie mal selbst auf #raganMSFT und lesen sie die Kommentare der Twitterwall. Sie werden darin keine Verunglimpfungen finden, natürlich da und dort sauber geübte Kritik, aber die ist ja wohl o.k.
Gerald Bäck
14.11.10 , 17:11
@tomlutz War dort die Twitterwall auch ganz prominent auf der Bühne im Rücken der Vortragenden platziert?
Gerald Bäck
14.11.10 , 18:11
@max Du hast natürlich recht. Ich wollte hier natürlich eine kleine Polemik zur Twitterwall und was diese in uns auslöst, verfassen. Ideal wäre eine Art TwitterredakteurIn, der nach in jedem Panel die Reaktionen zusammenfasst und den Vortragenden die Chance gibt, zu reagieren.
Markus Pirchner
14.11.10 , 18:11
Hängt wohl auch davon ab, wie hoch der Geek-Anteil ist, und der war beim WBF2010 (und ist bei den meisten BarCamps) ziemlich hoch.
Es gibt auch andere, positive Beispiele, etwa das World PR Forum 2010, das heuer in Stockholm stattfand. Twitterwall war eine Bereicherung der an sich schon äußerst interessanten Vorträge und Diskussionen.
Waren halt Erwachsene ]:->
max
14.11.10 , 18:11
@gerald war mir schon klar, wollte dir auch nicht den spass verderben
Uschi
14.11.10 , 18:11
Ich habe die Twitterwall schon in sinnlosem aber auch in sehr sinnvollem Einsatz gesehen. Gestern war wirklich Ersteres der Fall, aber das dürfte wohl auf die Veranstaltung ankommen.
Gestern aber habe ich es ähnlich wahrgenommen wie du. Abgesehen davon, dass die Twitterwall ab Reihe 2 sowieso kaum zu lesen war und ich deshalb nur via Laptop/Handy verfolgt habe.
Bei Veranstaltungen mit mehreren Räumen mag es mehr Sinn machen, da man auch Infos kriegt, was in den anderen Räumen abgeht. Die Blödsinns-Tweets verurteile ich als Beteiligte nicht so unbedingt, da das (natürlich bis zu einem gewissen Maße) bei 9 Stunden Konferenz-Overkill auch mal sein darf.
Eine Moderation der Tweets hätte bestimmt Sinn, da dann nur produktive und informative Tweets auf die öffentliche Wall kommen. Der Rest bekommt seine 2 Minuten Ruhm sowieso in der Hashtag-Timeline und alle können gackern
Ritchie
14.11.10 , 18:11
Ja, hinter dem Rücken ist wirklich sehr ungut, wenn’s dann tweetweise so austartet. War das nicht Oscar Wilde, der mal geschrieben hat: “Lieber einen Freund verloren also auf eine Pointe verzichtet.”
Hatte der denn eine Twitterwall in seinem Wohnzimmer?
Aber letztendlich ist das Nicht-Hinter-dem-Rücken-Aufstellen ja eh blop eine präventive Schutzmaßnahme gegen Digitalrambos. Denn eigentlich geht’s dabei um eine einzigen Faktor: Respekt vor anderen. Warum ausgerechnet Leute, die sich selbst für die digitale Elite halten, kein Problem haben, sowas zu posten, verstehe ich halt einfach nicht.
ABER, um mal die Scheuklappen kurz abzulegen (Tom hat’s schon angedeutet): ich bin ja ab und an auch mal anderswo auf Konferenzen, und sowas hab ich im Ausland *noch nie* erlebt. Das scheint spezifisch österreichisch (vielleicht auch deutsch) zu sein – ist leider keine Vermutung, sondern eine oft wiederholte Beobachtung. In manchen Momenten hab ich mich ziemlich dafür geniert, bin froh, dass ich vor Ort nicht alle Tweets mitbekommen habe.
Aber man lebt, lacht und lernt… ich würd mich jedenfalls sehr freuen, wenn wir nächstes Jahr ein WBF 2011 zustande bringen, vorzugsweise in Osteuropa oder Skandinavien. Da klappt’s komischerweise ebenso wie in den USA immer viel besser mit dem Verweilen auf der Sachebene.
wolfgang
14.11.10 , 18:11
De facto si es halt schon so, dass da viel Energie in die Twitterwall hineingeht, die man vielleicht in der Diskussion besser brauchen könnte. Manchmal hatte man den Eindruck, dass da eine Parallelveranstaltung abläuft.
Lars Fischer
14.11.10 , 18:11
Auf der Wissenswerte war die Twitterwall im Aufenthaltsbereich aufgehängt, in dem keine Vorträge stattfanden. Das ist eine Lösung, die mir ganz gut gefallen hat. Es stört die Vorträge nicht, aber man hat trotzdem diesen zusätzlichen Kanal.
tomlutz
14.11.10 , 18:11
@gerald Nein, in US gab es keine Projektion der twitterwall auf die Bühne
Clemens | Hofrat
14.11.10 , 18:11
Danke fürs Aussprechen dieser doch recht deutlichen Worten.
1. Nach wie vor könnte man sich auf die klassische Netiquette verständigen. Dies vorher und am Anfang jeder Session durch den Moderator auch auszusprechen, würden die Grundregeln des Benimm und der Ausdrucksweise jedem Teilnehmer präsent sein und die Tatsache, dass jemand mit dem Aufstellen dieser Regeln quasi ein Tabu schafft, würde die versammelte Community diesen Tabubruch=Netiquette-Bruch automatisch ahnden.
2. Durch eine weitere Twitterwall hinter der Audience ließe sich auf technisch simple Weise lösen, dass die Vortragenden die aktuellen Tweets zumindest wahrnehmen können.
3. Jede Interaktion braucht Moderation – insofern ist ein klassischer Moderator und/oder Diskussionsleiter resp. sind Diskutanten und Panel dringender vonnöten.
Danke nochmals fürs #wbf2010- und nein, Twitterwall stay alive!
brainstorming (René Wegscheider)
14.11.10 , 19:11
So, nachdem ich ja bei dem ‘zensuriert’ vorkomm, möcht ich mal kurz was dazu sagen.
Ich persönlich hab nur festgestellt, dass einiger meiner Tweets nicht erschienen sind, wie man meinem Tweet entnehmen kann:
https://twitter.com/brain_stormings/status/3405800659746816
Da es wohl auch mehreren Leuten so gegangen sein muss, ist dann die Frage nach dem ‘warum’ aufgetaucht. Irgendwann dürfte dann wohl hieraus, die nicht allzu ernstzunehmende Antwort gefallen sein…
Irgendwann später stellte sich heraus, dass es angeblich an der Sprachensuche ‘englisch’ liegen sollte. Korrekt?
Nach der Mittagspause gab es dann ja eh eine andere Twitterwall, wo dann auch alle meine Tweets drauf waren.
Das es bei einer Twitterwall auch oft Offtopic- und Funtweets gibt, dAmit muss man imho leben. Ob man Twitterwalls noch besser einsetzen kann, steht zur Diskussion. Ich persönlich möchte sie nicht missen!
Luca
14.11.10 , 19:11
Für Moderation und Pro-Accounts. Man könnte auch nur die Speaker auf der Wall twitter lassen. Alle anderen müssen 1€ pro Tweet zahlen. Über Paybox ließe sich das gut realisieren.
Michael
14.11.10 , 19:11
so lange es eine twitterwall gibt, sehen die leute wenigstens noch nach vorne…
Magrom (Martina Grom)
14.11.10 , 19:11
Ich bin auch dafür, die Twitterwall leben zu lassen, weil eine Twitterwall eine Bereicherung und eine zusätzliche Diskussionseben darstellen kann.
Die Qualität der Sprache hätte ich nicht nur auf Österreich reduziert, sndern auf den ganzen deutschsprachigen Raum erweitert: nachdem ich vielen US-Twitterern folge erlebe ich oft bei deutschen Twitterern eine deutlich bashigere Ausdrucksweise und ärgere mich oft genug, wie man in 140 Zeichen öffentlich entscheiden kann, ob jemand anderers Aussage dumm ist oder nicht. Wir haben anscheinend in unserem Sprachgebrauch das flamen integriert – als Österreicher wird man in Amerika nach 2 Wochen fast misstrauisch, warum denn alle so freundlich sind.
@Ritchie: ich hab mich gestern auch geniert und ich hoffe, es war keiner meiner Tweets schlimm genug, sich dafür genieren zu müssen.
@TomLutz: Twittern in USA ist wie auf Wolken gehen. Da können wir noch viel lernen.
Aber: lasst die Twitterwall leben, gebt nur den Speakern auch die Chance, mitzulesen. Auf der Meshed hats funktioniert, beim nächsten WBF wirds sicher auch so sein.
digiom (Jana Herwig)
14.11.10 , 20:11
m.e. ist eine twitterwall als installation im raum v.a. ein signal an die teilnehmenden vor ort, dass getwittert werden darf und man wahrscheinlich auch ein hashtag hat.
schließlich weiß jeder veranstalter, der mal was mit twitteranten zu tun hatte, dass das gezeter im stile von “keine twitterwalll!?!?! #megafail” sicher losgehen wird, wenn es keine gibt. schon deswegen muss man eine haben.
drittens haben die leute doch eh ihre smartphones dabei und können ganz einfach nach dem hashtag suchen – wenn alle ein smartphone haben, dann haben auch alle eine twitterwall.
und viertens: wenn eine da ist (also im raum), kann man sie in den meisten fällen kann man die twitterwall eh nicht gescheit lesen (was nur mal wieder klar macht, dass sie v.a. ein signal ist).
fünftens: auch wenn ich vor einem jahr schon mal anderes gerauzt habe, finde ich mittlerweile dass man den diskutanden nicht zumuten kann, neben der diskussion auch noch auf tweets achten und reagieren zu müssen.
was sechstens bedeutet: es soll halt einer vom orgateam mitlesen und die twitterfragen einbringen. haben wir damals bei jay bolter so gemacht, letztes jahr bei paraflows hat der esel das gemacht – sehr sinnvoller einsatz von TWITTER, ob jetzt auf einer wall oder nicht.
zusammenfassung: die twitterwall ist nur ein symbol, dass es einen rückkanal gibt. was zählt ist, dass es hashtags gibt, nach denen man filtern kann, und jemanden, der auch wieder das feedback von onlne in den raum zurückfüttert.
Peter
14.11.10 , 20:11
Früher haben die Leute mit dem Sitznachbar getratscht, heute schreiben sie Tweets und tratschen im Kollektiv. Im Prinzip ketzt man wie früher, nur jetzt im größeren Kreis. Und bekanntlich fühlt man sich in der Gruppe schnell stark und wird leichter radikaler/unfreundlicher in seinen Aussagen. Die größe der Gruppe potentiert das. Und wenn man dann noch retweetet wird fallen alle Hemmungen.
Und eine moderierte Twitterwall bei all den Recht auf freie Meinungsäußerung Geeks – da kann man schon einen eigenen Hashtag für die Diskussion darüber anlegen.
Twitterwall, nein danke.
linzerschnitte
14.11.10 , 20:11
Theoretisch könnte man die Twitter wall konstruktiv nutzen.
In der Praxis aber entwickelt es sich wirklich immer mehr in Richtung Zoten-Wall. Oder wie gestern, zur Bashing Wall. Auf dem gestrigen WBF ist allerdings überhaupt viel gebasht worden. Meine Conclusio: Die Twitter wall ist hier nicht das Problem. Eher vereinzelte Personen im Publikum, die nicht bereit sind, selbst etwas konstruktives zur Diskussion oder Veranstaltung beizutragen.
Ritchie
14.11.10 , 21:11
@Martina: *hug*
@Peter: full ack
@Judith: **FACK PEBKAC**
Hannes Offenbacher
14.11.10 , 21:11
Danke! Da hast Du mir aus dem Herzen – geschrieben. Doch wir müssen uns eines vielleicht eingesetehen: Dass die Twitter-Wall nur ein Symptom ist. Von unserer krankhaften “immer in den pc oder smartphone gaffen und kommunizieren” Kultur die uns vor allem eines raubt: Eine entspannte Konferenz mit Aufmerksamkeit auf die Menschen und den Inhalt.
Hr. Hdrr
15.11.10 , 09:11
Ich habs zwar auf FB schon geschrieben, aber da lesens ja nicht alle, deshalb:
Ich gebe ja zu, dass auch ich die Twitterwall gerne zur Selbstpromotion oder den ein oder anderen schmäh nutze… Ich würde aber sagen dass es in meinem Fall in einem Rahmen bleibt der OK ist… Ich würde niemanden beleidigen oder mich über jemanden lustig machen der gerade auf der Bühne steht (ein paar meiner “Gags” wurden auch von gerade Vortragenden gefavt un RT’t was meine These bestätigt… Ausserdem: sobald der Vortrag wieder interessant wird konzentrier ich mich auch wieder darauf bzw. gebe dazu passendes von mir…
Ich hoffe ich liege mit meiner Selbsteinschätzung nicht ganz falsch, falls doch möge man mich darauf hinweisen…
Anita
15.11.10 , 10:11
Ich muss auch sagen, dass ich manche doch recht gemeinen kommentare (teils persönlich untergriffig) nicht verstanden habe. irgendwer (meral?) hat getwittert: “schreibt nichts über den speaker, was ihr ihm nicht auch ins gesicht sagen würdet”. finde ich einen guten “richtwert”.
ich würde janas conclusio voll unterschreiben und sagen: twitterwall lieber vor dem raum, moderator liest am laptop mit und bringt fragen aus den tweets in die debatte ein.
Venkman
15.11.10 , 11:11
Beim almcamp war die twitterwall sehr wichtig- am abend für die youtubewünsche!
Michael Ghezzo
15.11.10 , 14:11
Wenn vorhanden, sollte der Moderator die Twitterwall aktiv einbeziehen. Vor allem sollte der Veranstalter kommunizieren, wie die Wall in das Veranstaltungskonzept einbezogen wird – Diskussionsanregend, als Netzwerkinstrument, für “off topic” Diskussionen etc.
Interessant wäre ein Twittermoderator, der auf eventuelle Provokationen auch reagiert.
… aber eigentlich halte ich es wie Hannes – ohne Smartphone und Laptopsgetippse kommt eine gute Konferenz auch aus. Gerade da ist ja die Chance, ins Gespräch zu kommen und nicht nur elektronisch zu kommunizieren.
Anita Posch
15.11.10 , 16:11
Ich war ja Speakerin beim WBF. Ich habe meine Eindrücke hier zusammengefasst: http://entrepreneurship-rocks.com/social-media/meine-eindruecke-als-speakerin-beim-world-blogging-forum-2010/
Danke, Gerald Bäck für deinen Artikel!
Michael Gisiger
16.11.10 , 09:11
Als von mind. von einem der verlinkten Tweets Direktbetroffener (der lispelnde Schweizer) erlaube ich mir hier Klartext zu schreiben: Was soll diese Aufregung? Jetzt mal ernsthaft – wer über ein derart dünnes Fellchen verfügt, dass ihm ob solcher harmloser Kommentare ganz anders wird, sollte an solchen Veranstaltungen einfach kein Mikro in die Hand nehmen. Pardon my french, aber meine Fresse, von solchen Heulsusen fühl’ ich mich jetzt überhaupt nicht vertreten. Ich hab’ auch nicht danach gefragt. Hätt’ ich mich verletzt gefühlt, hätt’ ich schon längst geantwortet. Aber mehr als ein Schulterzucken ist das Dämchen nicht wert.
So, und bevor hier nun die allgemeine Betroffenheitswelle über mich hereinbricht, möchte ich noch darauf hinweisen, dass man vor dem Lesen meines Kommentars noch das Zynismus-Radar hätte anmachen sollen.
Cristian Gemmato
16.11.10 , 09:11
Soweit ich das jetzt im “Groben” überlicken konnte, hat jeder der hier gepostet hat sowohl eine #wbf2010 Vergangeheit sowohl als “twitterwallender” als auch als “twittergewallende”.
Beispiel: @datadirt: wurde 2 x erwähnt (einmal wegen seiner Schuhe, und einmal wegen seines “Angriffes” auf einen keynote speaker wegen 123people – und das sogar aus der eigenen Familie
) Andererseits hat Ritchie auch seine Kommentar getwitter.
Ich sage einfach: am Ende des Tages gleicht sich alles aus.
Oder?
Nicole Y. Männl (@enypsilon)
16.11.10 , 10:11
@ Michael: mir persönlich ging es nicht im speziellen um die Personen – daher habe ich auch keine Beispiele in meinem Blogpost (URL, siehe oben) genannt. Mir geht es um mangelnden Respekt, fehlende Höflichkeit im Allgemeinen.
Sei also “beruhigt”, ich habe nicht gluckenhaft meine Flügel um Dich geschlungen, um Dich zu schützen, sondern wollte auf einen Mißstand hinweisen, der mir nicht gefällt und gleichzeitig einen Vorschlag unterbreiten, wie man besser mit Twitterwalls und Moderation derselben umgehen könnte. Sowohl vor Ort (Tweets mit einbinden) als auch technisch, wenn Trolle erwartet werden können. Gruß an alle Leser hier und in die Schweiz!
Gerald Bäck
16.11.10 , 11:11
@michael Mir ging es nicht darum, Dich zu verteidigen, ich bin mir sicher, dass Du das selbst gut genug kannst. Letztlich sagen solche Tweets mehr über den Charakter des Absenders aus als sonstwas. Aber trotzdem tragen solche Äußerungen nicht wirklich zu einem konstruktiven Meinungsklima bei.
Dabei meine ich jetzt nicht, dass wir in PC ersticken sollten. Ich bin durchaus dafür Blödsinn, der am Podium gesagt wird auch als solchen zu benennen, aber es sollte immer sachlich begründet sein und nicht nur unter die Gürtellinie zielen.
Gerald Bäck
16.11.10 , 11:11
@christian sorry ich hab nicht kapiert, worauf du hinaus willst?
Michael Gisiger
16.11.10 , 11:11
@Gerald: Trolle findet man überall, nicht nur online. Wer sich wie auch immer exponiert, muss damit leben können – oder es sein lassen. Ich habe schon deutlich wüstere Sachen auf Twitterwalls gelesen als die paar Äusserungen letzten Samstag. So what? Das Thema ist es imho einfach nicht wert, dass darüber solches Aufheben gemacht wird.
Anita Posch
16.11.10 , 11:11
@Michael: Dann hast du offensichtlich ein anderes Empfinden. Das merkt man auch daran, dass du die anderen gleich zu Heulsusen degradierst nur weil du zeigen willst, was du nicht alles “aushältst”.
Trolle gibt es überall, da hast du Recht, nur warum man das unkommentiert runterschlucken soll, weiß ich nicht.
CristianGemmato
16.11.10 , 13:11
@Gerald: kein Problem. Passiert mir öfters
Ich habe nur beobachtet, dass so mancher hier sowohl “Täter” als auch “Opfer” ist. Sprich einerseits auf der Seite jener steht, die die Twitterwall benutzen, um Ihre “Präsenz” zu signalisieren und andererseits von eben diesen “benutzt” wird (Kritik, Schmah, Untergriffe …wie auch immer wir ers nennen wollen) und so wiederum auf der Twitterwall landet.
Aber ich kann mich ja auch irren.
Michael Gisiger
16.11.10 , 13:11
@Anita:
(1) Ok, gut, das nächste Mal stelle ich den Warnhinweis (“Zynismus-Radar”) gleich an den Anfang – damit es noch deutlicher ist. Mea culpa.
(2) Von wegen “unkommentiert runterschlucken”: Ja, weil: “Don’t feed the trolls.”
Helge
16.11.10 , 19:11
Uneingeschränkte Zustimmung. (Bezieht sich auf Blogpost, Diskussion hab ich mir gespart.)
Hans Hütt
17.11.10 , 09:11
Manchmal hilft es, sich an gute analoge Moderationstechniken zu erinnern: wie zB Metaplan.
Twitterwalls können eine Diskussion im Anschluss an ein Panel oder an Vorträge schnell und konstruktiv auf die wesentlichen Aspekte eingehen lassen, ohne dabei Zeit durch mäandernde Diskutanten zu verplempern.
Mein Vorschlag: Auseinander nehmen, was auseinander gehört.
1. Die Twitterwall erscheint nicht während des Vortrags.
2. Sie wird moderiert.
3. Sie führt thematisch Tweets zusammen.
4. Die moderierte Twitterwall wird erst zu Beginn der Diskussion gezeigt.
5. Zum Abschluss der Diskussion zeigt man auch eine Spam Twitterwall mit den Tweets, die nichts zum Thema beizutragen hatten, beleidigend oder sonstwie neben der Kapp waren.
Dieter Zirnig
23.11.10 , 16:11
Ich habe heute einen Kommentar gelesen, dass man durch “Twitterwalls keinesfalls up to date oder open-mindness demonstriert, sondern nur, dass es Veranstaltern an Respekt gegenüber Vortragenden handelt”.
Ich finde Twitterwall als Ergänzung (wie es max oben beschrieben hat) sehr sinnvoll: Links, weiterführende Literatur, mehr Informationen, etc. Twitterwalls sind ein weiterer Channel im Social Media Spielfeld.
Die Challenge ist, Twitterwalls und offene Kanäle in einem offenen Spielfeld durch die Gestaltung klarer Spielregeln und eines für alle nutzvollen Rahmens zu nutzen.
Veranstalter sollen sich die Frage stellen:
* Wozu brauche ich eine Twitterwall?
* Wie kann sie mir bei der Erreichung meiner Ziele behilflich sein?
* Was möchte ich damit erreichen?
Wie immer: Wenn sich ein Ziel formulieren lässt, dann lässt sich auch eine Twitterwall erfolgreich einsetzen. Wenn sich Veranstalter vorab informieren und aufklären, dann kann auch eine Twitterwall “bewußt” eingesetzt werden.
Ist es nicht so wie mit einer Facebook-Page in einem Unternehmen?
Wenn ein Unternehmen nicht den Nutzen sieht, die dafür notwendigen Ressourcen aufbringen kann, dann ist es besser, diesen Kanal nicht zu nutzen.
Ich halte allerdings wenig von polarisierenden Diskussionen wie PRO/CONTRA-Twitterwall, da ich davon überzeugt bin, dass auch diese – wenn gut überlegt – erfolgreich eingesetzt werden können.
Michael Kausch
25.11.10 , 11:11
Twitterwalls machen schon Sinn auf Events, aber hinter einem Referenten präsentiert sind sie eine Unverschämtheit gegenüber dem Referenten. Wir nutzen Twitterwalls auf Events nur noch, wenn sie nciht auf der Bühne platziert werden. Und am besten ist es, wenn ein Moderator, der gerne seitlich auf der Bühne sitzen darf, Tweets auswählt und dem Referenten als Stichwörte oder Zwischenrufe zur Beantwortung oder Kommentierung vorlegt. Das dürfen und sollen dann auch mal “freche” Zwischenrufe sein, aber es sollten Zwischenrufe sein, deren Kommentierung den Event in irgendeiner Form voranbringt. Auch funktiniert das nur, wenn der Referent mit ungeplanten Dialogen umgehen kann. Dann wird die Twitterwall zum Instrument eines Rückkanals der Event-Kommunikation. Ein bißchen ist das dann wie bei Harald Schmidt
Ed Wohlfahrt
29.11.10 , 17:11
Es ist heute so schwer geworden jemandem richtig lange zuzuhören, ihn auf seinen Gedankengängen zu begleiten, sich fallen zu lassen in das Gesagte. Die Twitterwall ist hier nur ein Störgeräusch von vielen. Vibrierende Mobiltelefone (das eigene womöglich?) oder der Stress den wir uns heute oft machen (Weihnachtszeit…) sind andere. Ich bin ab und an stolz auf mich, wenn es mir gelingt, die Gurke abzuschalten (besser im Auto liegen zu lassen), mich frei zu machen von den eigenen Ablenkungen und einfach mal zuzuhören. Gelingt nicht immer aber immer öfter. Toller Post. Regt an zum Nachdenken im größeren Zusammenhang.
fern
23.12.10 , 13:12
fernsteuerung (= z.b. twitterwall) braucht abstimmung (= moderation , spielregeln , …)!
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9.04.11 , 20:04
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