Die Wiener Grünen und die Demokratie
“Ist nicht Grün Wählen, das neue Grün Wählen.” fragt Jana Herwig treffend in einem kurzen Tweet und sie könnte das Dilemma rund um die Grünen nicht besser beschreiben. Der “Digitale Mob”, so nennen die Grünen intern BloggerInnen, meldet sich also wiedermal zu Wort. Nachdem wir uns schon im letzten Podcast an der Ungeschicklichkeit der Wiener Grünen abgearbeitet haben und unser Kollege Thomas Knapp ein Posting, dem ich übrigens überhaupt nicht zustimme, darüber verfasst hat, warum er ebenfalls nie Grün wählen kann, kommt also jetzt mein Teil zur Debatte. Einmal abgesehen, davon, dass die Grünen in den letzten Jahren so ziemlich jeden aufgelegten Elfmeter - Subprimekrise, Bankenkrise, Staatenkrise, Oil Spill, CO2-Problematik, Energiepolitik, Gaskrise, Sommerozon etc. - in die Wolken geschossen haben, geht es mir um die demokratische Verfasstheit der Organisation. Die Grünen waren immer ein Versprechen für eine andere Politik abseits von Funktionärstum und Pseudodemokratie, ein Verpsrechen, dass sie schon länger nicht mehr halten können.
Dass die Wiener Grünen ein Problem mit der Demokratie vor allem dann haben, wenn es sie selbst betrifft, ist spätestens seit den Grünen Vorwahlen leidlich bekannt. Es treibt mir immer noch die Zornesröte ins Gesicht, wenn ich daran denke, wie dumm eine Partei sein muss, fast 500 deklarierte SympathisantInnen einfach vor den Kopf zu stoßen, nur um eingefahrene Strukturen und angestammte Rechte nicht zu gefährden. Als Faktum bleibt ein tiefer Bruch zwischen Blogosphäre und Grünen, der so schnell auch nicht wieder zu kitten sein wird. War die Ablehnung der Grünen VorwählerInnen ein erstes Indiz für die aufkommende Undemokratie so zeigte sich diese bis heute in vier weiteren Akten:
Akt 1: Grüne Wirtschaft - Fachgruppe UBIT
Die Grüne Wirtschaft hatte eine Wahlperiode lang den Vorsitz in der Fachgruppe der IT-Dienstleister und Unternehmensberater der Wirtschaftskammer Wien. Man könnte jetzt lange darüber diskutieren, wozu man überhaupt in der Wirtschaftskammer … Aber die Tatsache, dass die Grüne Wirtschaft in der Lage ist, in einer der größten Fachgruppen den Vorsitz zu stellen, ist schon eine tolle Sache. Allerdings war die Grüne Wirtschaft den Betonköpfen bei den Wiener Grünen immer suspekt. Wirtschaft ist ja an sich schon etwas böses und deswegen können UnternehmerInnen kaum gute Grüne sein, so könnte man die Haltung der Wiener Grünen überspitzt ausdrücken. Jedenfalls wurden die KandidatInnen für die Wahlen zur Wirtschaftkammer 2010 in einer Vollversammlung aller Mitglieder und SympathisantInnen der Grünen Wirtschaft mit entsprechendem Gewerbeschein gewählte. Abgesehen davon, dass der bisherige Vorsitzende im ersten Wahlgang durchfiel und es erst im zweiten Wahlgang schaffte, flogen auch jede Menge bisherige MandatarInnen zu gunsten neuer Köpfe raus. Was dann in den kommenden Wochen folgte war ein grün typisches Trauerspiel. Es war den alten MandatarInnen nämlich nicht möglich, die demokratische Wahl anzuerkennen und deswegen wurde erst versucht, Gewählte zum Verzicht zu überreden, dann das Ergebnis statutarisch anzufechten und nachdem das alles nicht funktionierte, eine eigene Liste gegründet. Das wäre ja noch in Ordnung, schließlich ist es jedermanns Recht eine eigene Liste aufzustellen. Es folgte allerdings eine offizielle Wahlempfehlung der Wiener Grünen für diese Abspaltung, bei der auch das Vorstandsmitglied Markus Rathmayer antrat. Im Endeffekt kandidierten insgesamt drei Grüne Listen. Neben der erwähnten Liste rund um Rathmayer hatte sich schon vorher noch eine Alternative Wirtschaft Wien gegründet, die unter Förderung mehrerer Grüner GeimeinderätInnen, unter anderen Eva Lachkovits, ebenfalls versuchte in allen Fachgruppen anzutreten.
Akt2 & Akt3 Josefstadt & Mariahilf
Kann man die Begebnisse rund um die Grüne Wirtschaft, die vor allem von der Grünen Landesgruppe dort hinengetragen wurden, noch als klassischen Fundi gegen Realo Kampf abtun, fällt dies bei den Ereignissen in den Bezirken Josefstadt und Mariahilf schon schwerer. In beiden Bezirken wurden die alten Spitzen zugunsten neuer abgewählt und ich kann beim besten Willen nicht sagen, wer von denen jetzt eine Fundi oder Realo, ein Linker oder ein Rechter wäre. Es ist auch egal. Nachdem sich in Josefstadt Alexander Spritzendorfer und in Mariahilf Susanne Jerusalem durchsetzten, ging auch schon das öffentliche Schmutzwäschewaschen los. Es wurde von Putsch, konzertierten Aktionen und Mobilisierungen gesprochen, freilich immer von den unterlegenen KandidatInnen. Vielleicht hab ich ja etwas falsch verstanden, aber gehört gerade das Mobilisieren von AhängerInnen zu den Grundfertigkeiten eines Menschen, der sich um ein politisches Amt bewirbt? Jedenfalls führte der Aufruhr soweit, dass jetzt in Mariahilf wieder drei Grüne Listen antreten. Die Chancen der Grünen auf die Bezirksvorstehung dürften damit verdienterweise Geschichte sein. Bei beiden Ereignissen, wie auch beim Fall UBIT, geht es nicht darum, dass Kampfabstimmungen prinzipiell etwas schlechtes wären, ganz im Gegenteil, Kampfabstimmungen sind meiner Meinung nach gut, sie machen eine Organisation stärker. Freilich nur dann, wenn alle Beteiligten die nötige demokratische Reife besitzen, auch mit einer Niederlage halbwegs umgehen zu können. Genau das dürfte bei den Grünen aber vollkommen fehlen.
Akt4 Vdb kriegt einen Vorzugsstimmenwahlkampf
Wahrscheinlich nicht ohne stolz verkündeten die Wiener Grünen, dass Alexander van der Bellen in Wien auf den aussichtslosen 29 Platz gereiht, einen eigenen Vorzugsstimmenwahlkampf machen werde. Das Kalkül dabei ist klar. Nachdem es genügend potenzielle Grün WählerInnen gibt, die die Wiener Grünen für nicht wirklich wählbar halten, sollen diese von Alexander van der Bellen aus ihrem Dilemma erlöst werden, indem sie ihm und nicht den Grünen ihre Stimme geben. Der demokratische Sündefall dabei ist, dass VdB sein Mandat wahrscheinlich gar nicht annehmen wird, sollten die Grünen nicht in die Stadtregierung kommen. Letztlich heißt das also also, wer Vdb seine Vorzugsstimme gibt, wird höchstwahrschenilich gar nichts bewirken oder verändern.
Die andere Frage, die sich beim VdB Engagement stellt, ist, wer seinen Vorzugsstimmenwahlkmapf denn finanziert. Ich denke kaum, dass VdB den aus eigener Tasche bestreiten wird, sondern, dass dieser aus der Kasse der Grünen finanziert werden wird. Was wiederum hieße, dass die Wiener Grünen ihre eigene basisdemokratisch ermittelte Liste mit Parteigeldern, also dem der Mitglieder, ändern wollen. Das ist nicht nur basisdemokratisch verwerflich, sondern auch extrem unfair gegenüber jenen Kandidaten wie Marco Schreuder, die auf einem Kampfmandat sitzen und so noch weniger Chancen haben ins Rathaus einzuziehen. Nebenbei wird der junge Kandidat Armin Soyka verheizt und gerade mal mit einer Unterstützung von Euro 3000 durch die Grüne Landesorganisation abgespeist. Ich bin mal gespannt, ob VdB auch mit 3000 Euro auskommt.
Das alles zeigt, die Grünen haben einen epischen Grad an demokratischer Unreife erlangt.

eaglepowder
6.07.10 , 08:07
VdB
Alexander van der Bellen ist genauso unwählbar wie die Grünen, nachdem er Wien zur rot-grünen Hauptstadt machen will. http://bit.ly/alE7OM
So will AvB bürgerlich-liberal-urbane Wähler ansprechen? Ein Schuss ins ins Knie.
Wolfgang Biebel
6.07.10 , 08:07
Endlich sagt das mal jemand!
ich habe kich mehrere Jahre sehr für die Grüne Wirtschaft engagiert, aber mir hat es vor einiger Zeit auch gereicht. Die schnallen’s einfach nicht; schade um die vielen wirklich und ehrlich engagierten Menschen dort.
Dieter
6.07.10 , 09:07
Ich beobachte Deine Berichterstattung rund um die Grünen schon seit längerer Zeit. Ich empfinde sie, als ob jemand (persönlich) enttäuscht worden ist und als ob es hier offene Rechnungen zu begleichen gibt. Ich lese daraus tiefen Schmerz, der sich in einer negativen Berichterstattung findet und einseitig polarisiert. Ich bekomme das Bild, dass hier versucht wird, etwas mit Worten zu zerstören. Ich frage mich - was ist Dein Ziel?
Das stimmt mich sehr nachdenklich.
Gerald, Du schreibst: “Als Faktum bleibt ein tiefer Bruch zwischen Blogosphäre und Grünen, der so schnell auch nicht wieder zu kitten sein wird.”
Ich habe eine Frage: Wer oder was ist die Blogosphäre?
Wenn ich darüber nachdenke, dann finde ich eine Vereinnahmung der Blogosphäre nicht ganz in Ordnung und übergriffig. Es mag zwar einige Blogger geben, die im Bruch stehen, da sie im Rahmen der Grünen Vorwahlen ihre Ideen nicht zur Gänze realisieren konnten; ich kenne aber sehr viele mehr (unabhängig ob Grün-WählerIn oder Nicht-Grün-Wähler) - dazu zähle ich mich auch -, die durchaus kritisch dem gegenüber stehen und weder Kit noch Uhu brauchen um Schnittstellen zu kleben.
Ich empfinde Politik und Gesellschaft als tägliches “Alignment” zwischen eigenen Erwartungshaltungen, Wünschen, Bedürfnissen aller, der Realität, Mitmenschen, großen Organisationen und deren Strukturen.
Wo bleiben die Ideen der Blogger, der Aktivisten, der innovativen Leute? Eine Polarisierung und das Forcieren einer Kluft-Bildung kann doch kein Ziel sein - stellt beide Gruppierungen gemeinsam doch nur weiter ins Abseits.
Martin Schimak
6.07.10 , 09:07
Ja, so ist das. (Ich übe kurze Kommentare)
Volker Plass
6.07.10 , 10:07
Eine kleine Anmerkung zu der UBIT-Episode in der Grünen Wirtschaft: Die Abspaltung der Gruppe rund um den bisherigen UBIT-Obmann Fritz Kofler erfolgte nicht, weil bei der offiziellen und geheimen Listenwahl “jede Menge bisherige MandatarInnen zu gunsten neuer Köpfe rausflogen”, sondern weil nicht genau jene Liste gewählt wurde, die Fritz Kofler sich gewünscht und vorgelegt hatte. Fritz Kofler wäre nicht nur unser Spitzenkandidat gewesen, sondern hätte auch fast alle (!) der von ihm gewünschten Leute auf der Liste gehabt. Offenbar wollte er jedoch alles oder nichts. Die WählerInnen haben entschieden, dass er jetzt nichts hat.
Gerald Bäck
6.07.10 , 10:07
@eagle Rot/Grün finde ich jetzt als Ansage nicht allzu dramatisch. Ein bissl Regierung würde den Grünen ganz bestimmt gut tun.
@volker Ich hab das etwas verkürzt. Es ist natürlich genauso wie Du schreibst. Wichtig war mir aufzuzeigen, dass die Spaltung von außen in die Grüne Wirtschaft getragen wurde, nachdem man sich in einer demokratischen Abstimmung nicht durchsetzen konnte.
Gerald Bäck
6.07.10 , 10:07
@dieter Da schlägt unser grundsätzlich unterschiedliches Verständnis vom Bloggen durch. Ich sehe mich vor allem der Subjektivität verpflichtet. Das heißt, hier in diesem Blog verbreite ich meine Ansicht und meine Einschätzungen, die nehme ich auch gerne zurück, sollte ich irgendwo falsch liegen, und diskutiere darüber. Ein Objektivitätsgebot gibt es nicht, das ist ohnehin in 99% der Fälle Makulatur.
Wovon ich Dich aber bitte Abstand zu nehmen, mir irgendwelche Schmerzen oder ähnliches zu unterstellen.
Ad Blogosphäre: Vergleiche doch einmal die Stimmung vor den Grünen Vorwahlen und nachher, dann wirst Du ein stark verändertes Meinungsbild zu ungunsten der Grünen feststellen. Nicht mehr wollte ich damit ausdrücken. Du siehst das auch auf diesem Video ab Minute 3 http://www.youtube.com/watch?v=xgcsVtujqdQ
Ad Ideen: Ich sehe keinerlei Verpflichtungen den Wiener Grünen auch nur irgendwelche Ideen oder Aktivitäten zukommen zu lassen, so lange es den Grünen nur um Mitarbeit ohne Mitbestimmung geht wie zum Beispiel beim Grüncamp.
max
6.07.10 , 12:07
Schließe mich Martin & Gerald an (auch ich übe kurze Kommentare).
Dieter
6.07.10 , 12:07
@gerald Danke für Deine Antwort.
Es ist ein spannendes Thema, das mich sehr beschäftigt und immer wieder zum Nachdenken anregt. Das ist sehr gut.
* Grüne Vorwahlen: Davor und Danach
Ich fand die Aktion super und hab mich gefreut, dass ich dabei sein konnte. Der Stimmungsschwank nach den Grünen Vorwahlen bei einigen Bloggern war nicht zu übersehen. Klar, hier ist etwas daneben gegangen - von beiden Seiten: Bloggern und Organisation. Die Grünen jetzt an ihren Fehlern - den Grünen Vorwahlen - festzunageln und dieses Negativ-Beispiel immer und immer wieder zu thematisieren, finde ich nun nicht so freundlich. Und schon gar nicht produktiv. Ich finde, es war ein spannendes Projekt, bei dem alle etwas gelernt haben. Die Grünen Vorwahlen sind Vergangenheit und ich finde, es gibt viele tolle neue Herausforderungen, die in der Zukunft passieren bzw. jetzt geschehen. So ist halt meine Herangehensweise.
* Ideen
Ja, das kann ich gut verstehen. Zu Partizipation und Mitarbeit habe ich mich bei anderen Parteien umgesehen. Es gibt hier keine Unterschiede, “Die Grünen” sind - wie ich mal in einem Kommentar geschrieben habe - eine Organisation wie eben jede andere. Und das meine ich nicht mal negativ.
Weil “Die Grünen” offenbar andere Themen und ein anderes Images haben, bedeutet es für mich nicht, dass sie keine strukturierte (langwierige) Organisation mit Prozessen, Funktionären, keinen oder langsamen Entscheidungsprozessen etc. sind, die sich von anderen Parteien unterschieden. Jede andere Erwartungshaltung wäre übertrieben und bringt uns und mich auch am Boden der Realität zurück. Es ist meiner Ansicht genau diese Diskrepanz zwischen Erwartung und Realität, die es zu überbrücken gilt.
* Unterstellung
Ich lese, dass ein Teil meines Kommentars als Unterstellung aufgefasst worden ist. Das war nicht meine Absicht - ich versuche darin zu beschreiben, was mir seit langem auffällt, wie ich die Situation wahrnehme und beobachte. Ich behalte es auch bei meiner Sicht - von Unterstellungen distanziere ich mich, liegt nicht in meiner Wertewelt.
Mir ist etwas aufgefallen: Ich lese, dass wir ein “grundsätzlich unterschiedliches Verständnis vom Bloggen” haben. Das verwirrt mich, da wir darüber nie direkt diskutiert und gesprochen haben und ich dazu auch Deine Meinung nicht kenne. Beim Thema Subjektivität, Ansicht und Einschätzung liegen wir auf einer Linie. Auf neuwal gibt es beispielsweise jede Menge eigene als auch außenstehende subjektive Meinung und Statements.
Martin Schimak
6.07.10 , 12:07
Wenn die Grünen eine Partei wie jede andere (in Ö) sind, dann brauchen wir sie nicht, dann gehen die 10% kritisches Wählerpotential einfach alle vier (pardon nun fünf, bald keine Ahnung wieviele) Jahre den Gulli runter.
Wir brauchen in Ö eine konstruktive, aber gleichzeitig brutal laute Oppositionsstimme, die die Mißsstände in diesem Land so beim Namen nennt, dass es auch der letzte versteht. Und die gleichzeitig eine Demokratiereform, die sich gewaschen hat zur ersten Koalitionsbedingung macht. So eine Kraft mit ein paar prominenten Gesichtern dabei kann aus dem Stand 20% machen.
Die Grünen haben die Chance dazu so oft vergeigt, dass meine Zahlenraum dafür nicht mehr ausreicht. Sicher, ich bin auch “froh, dass es sie gibt”. Nur, das wohlige Gefühl, ab und an auch verbal vertreten zu sein, bringt eben rein gar nichts.
Marko
19.07.10 , 06:07
Klarerweise sehe ich das Anders.
Die Grünen sind und bleiben die einzige österreichische Partei die demokratisch Ihre Parteilisten, Verantworlichen demokratisch wählt. Von der Bundesliste bis zu Grünen Jugend.
Wer stärker mobiliseren, kann indem Er/Sie mehr Freunde und Bekannte WählerInnen überzeugen kann, gewinnt.
Wer dies schafft, ist ein besserer Politiker, und soll weit vorne wählbar sein.
Zu Van der Bellen: Klar wird er in Wien arbeiten, wenn er und die Grünen genügend Stimmen bekommen, um mitzuregieren. Den um Vizebürgermeister für Landesregierungsämter muss man nicht auf der Liste stehen.
Übrigens, ist Grün wählen das einzig Vernünftige, oder wollen Sie Parteien wählen, die perfekt integrierte Kinder und Jugendliche abschieben ?
Gerald Bäck
19.07.10 , 06:07
Hallo Marko,
danke für Deine Antwort. Gerade bei der internen demokratischen Wahl habe ich meine Zweifel, da letztes Jahr in Wien die Teilnahmemöglichkeiten für NichtfunktionärInnen massiv eingeschränkt wurden. Aber das eigentliche Problem ist, dass diese demokratischen Entscheidungen eben nur dann anerkannt werden, wenn das Ergebnis passt.
Du schreibst selbst, VdB wir in Wien bleiben, wenn die Grünen mitregieren. Bei der Wahl geht es aber zuerst um Mandate, ein Mandat, das VdB als designierter Stadtrat ohnehin nicht brauchen würde. Genauso hat das übrigens auch Jörg Haider gemacht. Auch er kandidierte auf verschiedensten Listen, obwohl er nicht die Absicht hatte, ein Mandat anzunehmen. Das wurde übrigens immer von den Grünen zu Recht kritisiert.
Es stimmt, Grün ist leider nahezu alternativenlos, aber man wählt hier unter Umständen ein Idealbild einer Partei, dem diese schon lange nicht mehr gerecht wird.
Martin Schimak
19.07.10 , 07:07
@Marko: das ist das alte Lied: wählt uns, nicht etwa weil wir die Probleme Österreichs verstehen und (fast) alles tun um stark genug zu werden, um etwas zu verändern, sondern schlicht weil es keine Alternative gibt.
Das wird vermutlich noch ein paar Jahre gut gehen. Vielleicht sogar noch zehn Jahre. Aber dann wird euch eine ganz neue BürgerInnenbewegung, die den Stillstand in diesem Land nicht mehr hinnehmen will einfach überrollen. Euch als erste, denn ihr bindet momentan die kritischsten WählerInnen in diesem Land, aber macht nichts draus.
Bis dahin, erlaubt uns bitte, darüber traurig und manchmal auch ungehalten zu sein.