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Politische Korrektheit lässt mich nicht los und fast schon war ich versucht diesen Artikel P.C.-Terror zu nennen, aber damit hatte ich Andreas Lindinger sehr unrecht getan. Andreas hat nämlich einen offenen Brief an Unilever wegen deren neuester Werbekampagne geschrieben. i will mohr Ich wusste bisher nicht, dass das Wort Mohr genauso wie Neger einen rassistischen bzw. beschimpfenden Hintergrund hat, aber schon allein weil Mohr ein sehr altmodisches Wort ist, wäre ich ohnehin nie auf die Idee gekommen, dieses zu verwenden. Da könnte ich ja auch meine Cousine Base und meinen Onkel Oheim nennen. Für mich ist es klar, Menschen, Minderheiten, Volksgruppen so zu benennen, wie sie das wünschen und eben nicht als diskriminierend empfinden, aber meiner Meinung nach gilt das nur für die Menschen und eben nicht für Dinge. Ich kann an folgenden Begriffen nichts rassistisches erkennen:
  • Zigeunerräder
  • Eskimo-Eis
  • Negerbrot
  • Mohr im Hemd
  • Mohrenbräu
  • Der Meinl Mohr
  • Rote Indianerbohnen
  • Negerbusserl
  • Indianer mit Schlag
  • Zigeunersauce
Alles Lebensmittel die mehr oder weniger gut schmecken und Begriffe verwenden, die heute im Zusammenhang mit Menschen negativ konnotiert sind, weil man diese damit unter Umständen verächtlich macht. Nur gilt das dann auch für Lebensmittel? Diskriminiert es wirklich einen Roma, wenn ich ein Zigeunerrad esse und sind die Inuit beleidigt, wenn ich ein Cornetto von Eskimo esse? Ich kann mir das nicht ganz vorstellen. Was ist das diskriminierende daran, wenn man ein Lebensmittel mit einem Begriff belegt, der ohnehin auf keinen Menschen mehr angewendet werden sollte und daher niemanden mehr betrifft. Ob es für das Unternehmen und das Produkt selbst so besonders absatz- und imagefördernd ist, wenn die Schokolade Negerbrot heißt, steht dabei auf einem anderen Blatt.

Published:July 23 2009

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