Urlaub mit Freunden
Seit wann werden eigentlich Asylwerber mit Kriminellen gleichgesetzt? Schleichend hat sich diese Verknüpfung, wahrscheinlich als erstes von Jörg Haider geprägt, in Politik und Medien festgesetzt. Keine Asyldiskussion im ORF vergeht, ohne nicht auch über angebliche Einbrecherbanden in Ostösterreich sprechen zu müssen, obwohl beide Gruppen nichts miteinander zu tun haben. Als Resultat dieser Verknüpfung steht das Bundesheer noch immer an der Grenze zu Ungarn und schützt dort lediglich die Bundesregierung vor der Krone. Ein weiteres Resultat ist, dass dringend notwendige Erstaufnahmezentren bei der Bevölkerung in der Beliebtheitsskala nur ganz knapp vor Atomkraftwerken rangieren. Dementsprechend hysterisch reagierten auch BZÖ Politiker, als bekannt wurde, dass in Kärnten ein solches Erstaufnahmezentrum für Asylwerber errichtet werden soll. Allen voran Uwe Scheuch, der sogar nicht davor zurückschreckt, ein Landesgesetz zu fordern, das klar der Verfassung widerspricht. Aber mit der Verfassung hat es das BZÖ bekanntlich nicht so.
Das BZÖ schafft es durch diese desperadohafte Politik ein ganzes Bundesland in Geiselhaft zu nehmen. Nahezu in ganz Österreich wird mittlerweile Kärnten mit dem BZÖ gleichgesetzt, obwohl die Hälfte der Kärntner diese explizit nicht gewählt haben. Genau diese Gleichsetzung und politische Isolation Kärntens führt aber zu einer weiteren Solidarisierung der Kärntner mit dem BZÖ ähnlich den Sanktionen der EU gegen Österreich in Zeiten von Schwarz/Blau. Kärnten darf aber nicht zur politischen Freakshow werden, wo ein Kuriosum das nächste jagd. Das zu Verhindern geht nur im Dialog.
Asylwerber kommen nicht aus Jux und Tollerei zu uns nach Österreich, sondern weil sie unsere Hilfe benötigen. Es ist besonders schade, dass diese von der Öffentlichkeit nur als Gefahr oder Ärgernis wahrgenommen werden und nicht als Bereicherung. Zum Glück gibt es in Kärnten aber auch Gemeinden, die sich für den Bau eines solchen Erstaufnahmezentrum interessieren. Die Bürgermeister dieser Gemeinden sind massivem Druck ausgesetzt. Primäres Argument gegen die Errichtung eines Erstaufnahmezentrums ist, dass der Fremdenverkehr darunter leiden würde.

Genau bei diesem Argument setzt unsere Initiative urlaubmitfreunden.at an. Michaela Amort, Nicky Baeck, Christoph Chorherr, Max Kossatz, Martin Schimak und ich haben eine Intitiative ins Leben gerufen, die jener Kärtner Gemeinde, die letztlich das Asylerstaufnahmezentrum baut, mehr Tourismus bringen soll als vorher. Zu diesem Zweck soll jeder, der auf urlaubmitfreunden.at unterzeichnet, garantieren in eben dieser Gemeinde mindestens zwei Tage Urlaub zu machen, wenn das Erstaufnahmezentrum errichtet ist. Ich denke die Aktion setzt einen sehr positiven Kontrapunkt zur derzeitigen Stimmung und Debatte. Es geht nicht darum, sich gegenseitig irgendwelcher Grauslichkeiten zu bezichtigen, sondern ein positives Signal sowohl für Asylwerber als auch für den Kärntner Fremdenverkehr zu setzen. Deswegen bitte hier unterschreiben, mit den Hashtag #UmF darüber twittern und der Facebook-Gruppe beitreten.

Andy
7.07.09 , 08:07
Wenn der Asylgerichtshof von 7700 Anträgen 5000 ablehnt, dann kann man schon im weiteren Sinne von “Tollerei” sprechen…..
Thomas
7.07.09 , 10:07
Richtig, weil ja so gut wie keine Entscheidung der ersten Instanz aufgehoben, und ihr von allen Seiten hohe Qualität und faire Urteile beschneinigt werden. Nein, Moment…
Abgesehen davon dass Österreich “Asylgründe” extrem eng fasst und schon öfters Menschen in den wahrscheinlichen Tod abgeschoben hab…
Andy
7.07.09 , 11:07
Man kann alles in alle Seiten auslegen….
Gerald Bäck
7.07.09 , 11:07
@andy Mir geht es darum, dass Österreich früher stolz war ein Asylland zu sein. Zum Beispiel als es darum ging Ungarn 1954 aufzunehmen, aber auch am Anfang des Balkankrieges war sich Österreich noch seiner Verantwortung bewusst. Irgendwann ist es der FPÖ gelungen, dieses Bewusstsein zu verändern und das Wort Asylant negativ zu besetzen.
Als Resultat davon werden immer mehr Asylwerber unberechtigt von den Gerichten erstinstanzlich abgelehnt oder bereits gut integrierte Familien vom Innenministerium abgeschoben.
Andy
7.07.09 , 13:07
@gerald:
Das ist Ansichts- udn Erfahrungssache, denn bei den Ungarn geschah das ohne Asylgerichtshof, direkt vor Ort quasi, die leute haben die ungarn teilweise aus dem Neusiedlersee gesfischt. Der Balkankrieg ist kein gutes Argument, denn ich habe damals selbst mitbekommen, welche Leute da als erstes zu uns kamen und den Strassenstrich in Wien aufmischten. Ein ansässiger 8kroatischer) Freund musste sogar sein Lokal in der Nähe des Raimundtheaters schliessen, weil soviel “Menschenmüll” zu uns kam, hauptsächlich Serben…..
Diese Entwicklung der FPÖ in die Schuhe zu schieben, ist fast schon pervers!
Also über dieses Thema mit mir zu diskutieren wird dir schwer fallen, aber wenn du willst, gerne bei ein paar Bierchen…..
Martin Margulies
7.07.09 , 20:07
super gebloggt gerhard.
@andy - es ist nicht ansichts- und erfahrungssache das unglaublich viele erstinstanzliche entscheidungen (oft weil die erstgerichte auch urteile des vwgh bzw. verfassungsgerichthofes ignorieren) aufgehoben werden sondern traurige realität.
doch in österreich gilt leider für alles was asylwerberInnen darlegen die beweislastumkehr. menschen, die oft gerade folter oder dem tode entronnen sind und alles zurücklassen mussten, haben bis ins kleinste detail - oft unter enormen sprachschwierigkeiten - ihre fluchtgründe zu erläutern.
knappe 12.000 asylwerberInnen jährlich dürften für österreich eigentlich kein problem darstellen. darüber hinaus wär es höchst an der zeit, für menschen deren einzige fehler es in den augen des österreichischen staates war um asyl anzusuchen die schubhaft abzuschaffen.
Andy
7.07.09 , 20:07
@martin:
ich gebe dir teilweise recht, wie du teilweise recht hattest, mich erst um meine friendship in fb zu bitten und diese dann wieder zu kündigen - es ist dein gutes recht!
dir sollte allerdings auch bewusst sein, dass ihr jetzt nicht den moralapostel spielen könnt, nachdem ihr jahrzehntelang den anschein im in- und ausland erweckt habt, dass jeder depp willkommen sein muss und seine chance verdient
dass dabei echte asylanten durch den rost fallen, ist nicht die schuld derer, die immer schon STOPP sagen!
Martin Margulies
7.07.09 , 21:07
@andy
du schreibst: dass dabei echte asylanten durch den rost fallen, ist nicht die schuld derer, die immer schon STOPP sagen!
da hast recht - sie sind es nicht alleine - sondern auch all jene, die dem geschrei des rechten mobs nachgeben. oder meintest du, die asylwerberInnen sind für ihr unglück selbst verantwortlich?
@gerald - großes sorry - sollte auch bei meinem ersten kommentar ‘gerald’und nicht ‘gerhard’ heißen
Andy
7.07.09 , 21:07
@martin:
nein, ich meinte es so, dass leider erst durch die fpö oder das bzö oder die stimmung im land oder durch die linken wahlverluste oder warum auch immer viel zu spät erkannt wurde von dir und deinen kumpanenInnen (den spass mit dem gendern musst mir verzeihen), dass eben nicht jeder, der einlass in dein haus erwünscht, ein guter ist!
Gerald Bäck
7.07.09 , 22:07
@andy Ich denke wir sind uns einig, dass es jedenfalls nicht die persönliche Schuld der Asylwerber ist, wenn sie “durch den Rost fallen”. Und alles andere wäre dann aber so etwas ähnliches wie Sippenhaftung. Da riskiere ich lieber ein paar “Wirtschaftsflüchtlinge” mehr, als, dass politische Flüchtlinge wieder abgeschoben werden und um ihr Leben fürchten müssen. Zurückgewiesen von reichen Demokratien in Europa, die hier mit aller unmenschlichen Härte agieren.
Generell denke ich, dass in dieser Frage Kritik an den Grünen nur wenig angebracht ist und die Grünen jetzt dafür verantwortlich zu machen zu machen, dass die FPÖ so stark und Ausländerfeindlichkeit im Kommen ist, halte ich eher für zynisch.
@martin Schubhaft abschaffen, kann ich mir jetzt in der Praxis nicht so ganz vorstellen. Wie soll das dann ablaufen? Vielleicht kannst Du ja drüber bloggen, das wäre wahrscheinlich ein längeres Thema.
Andy
7.07.09 , 22:07
nein, gerald, da sind wir usn eben nicht einig! Dafür habe ich zu lange im Gastgewerbe gearbeitet, um diesen ganzen Differenzierungsquatsch noch ernst zu nehmen! Sogar der strengste Wirt am Naschmarkt erkennt um 6 Uhr früh, wer wirklich eine Suppe nötig hat, dazu brauchts keien Politiker…..aber er erkennt auch sofort das Gsindl, und dazu braucht er keinen Asylgerichtshof!
Markus Otti
8.07.09 , 02:07
@ Andy
Genau, immer der blöde Rechtsstaat mit seinem Differenzierungsquatsch! Am besten durch den gesunden Menschenverstand ersetzen, dann wird alles gut.
Im Ernst, die Themen Asyl - Zuwanderung - innere Sicherheit dürfen nicht ständig miteinander vermischt werden. Asyl ist ein Menschenrecht. Der Anspruch darauf ist in einem fairen Verfahren zu prüfen. Die Antragsteller sind human zu behandeln. All das wird jedoch ständig untergraben, weil es genug Hysterische gibt, die unbedingt einen Blitzableiter für ihre Ängste, Aggressionen und schlechten Erfahrungen brauchen - und die Medien mitsamt ihren Neffen dankbar für jedes bisschen Feindbild sind, das sie kriegen können. Das Gastgewerbe hat nicht das geringste mit dem Asyl - und nur darum gehts hier - zu tun. So viel Differenzierungsquatsch ist ja wohl jedem Wirten zuzumuten.
Michael
8.07.09 , 08:07
Ich will nur an die 6 mutmaßlichen Attentäter auf den indischen Prediger erinnern (mir gehts jetzt nicht darum, dass es Attentäter waren, sondern um die Asylgründe): zwei waren illegal in Österreich, einer stellte einen Asylantrag wegen einer Familienfehde (ist in Berufung), einer wegen religiöser Gründe und zwei gaben überhaupt keine Asylgründe an.
Kann mir zunächst irgendwer erklären, warum indische Asylanträge überhaupt akzeptiert werden? Indien ist eine Demokratie und ein Rechtsstaat. Auch wenn es Probleme zwischen Hindus und Moslems gibt - man kann ja wohl einem Inder zumuten, dass er in Indien von Ort A nach Ort B zieht, wenn es ihm z.B. als Hindu in Kaschmir zu gefährlich wird.
Und dass Asylanträge ohne Grund oder mit einer Familienfehde (!) als Grund überhaupt zugelassen werden ist ein Witz.
Andy
8.07.09 , 08:07
@markus:
Genau dieser blöde Quatsch lässt die Handvoll echter Asylanten leiden. Das Beispiel vom Michael ist ein brisantes, aber solange Leute wie der Feuerstein die Trändendrüsen malträtieren wegen der Zogajs (die übrigens noch immer hier sind), werden weiterhin jede Menge kriminelle Ausländer und Wirtschaftsflüchtlinge das Instrument des Asyls missbrauchen.
Wieso haben wir eigentlich so wenig Afghanen und Iraker?
Thomas
8.07.09 , 11:07
@Andy Das ist jetzt Satire, oder? Deine Arbeit im Gastgewerbe und die übernatürliche Fähigkeit von Wirten am Naschmarkt um 6 Uhr morgends zu Erkennen wer ein Suppe wirklich braucht (???) sind ein Grund das Asylwesen weg von Politik und Justiz hin zu X? geben?
Und zur “handvoll echter Asylanten” - was ist den für dich ein Asylgrund? Und was Gsindel?
@markus
Ich vermute du hast lange in Indien gelebt und kennst die Lage das Landes genau, da du so leicht die lächerlichen Vorurteile von Indern und Indienexperten widerlegen kannst, dass es es recht viel arme Menschen in Indien gibt und trotz offizieller Abschaffung noch ein starkes Fortwirken des Kastenwesens und eine recht schwache Durchsetzung des Rechtsstaates gibt, so dass innerhalb von Indien von A nach B zu ziehen nicht etwa gefährlich oder materiell unmöglich ist, sondern ganz einfach ist.
Was genau tun euch die Asylanten eigentlich?
Andy
8.07.09 , 11:07
Asylgründe stehen in der Genfer Konvention. Fahrlässig wird es, wenn die GrünInnen eine Vergewaltigung im Heimatland als Asylgrund sehen (hat wirklich eine GrünIn letztens als Argument gebracht). Glaubst du wirklich, dass irgendeine Österreicherin in den USA Asyl bekäme, wenn sie erzählt, sie wurde in Linz vergewaltigt? Irgendwo hört der Spass auf, und da sage ich sehr wohl, dass der Wirt am Naschmarkt mehr Menschenverstand hat als viele Politiker
Die wirklichen Asylanten tun niemandem etwas, dafür sind es zuwenig, bloss diejenigen, die mit Hilfe der Linksblinden den Rechtsstaat unterwandern.
Michael
8.07.09 , 12:07
@Thomas: Armut und Kastenwesen sind keine Asylgründe. Und wenn sich jemand den Umzug in Indien nicht leisten kann, wie kommt er dann überhaupt nach Österreich? Außerdem ist es jedes Jahr Millionen von verarmten Indern möglich vom Land in die Städte zu ziehen, warum das für jemanden, der sich zumindest ein Flugticket nach Österreich leisten kann nicht möglich sein soll, versteh ich nicht.
Und was mir die Asylanten tun? Österreich braucht Zuwanderung - aber nicht von vorgeblichen Asylanten. Um die Probleme durch unser verkorkstes Asylsystem in den Griff zu bekommen wird die gesamte sinnvolle Zuwanderung behindert. Die ganze Idee von einem Recht auf Asyl kann auf dauer unmöglich aufrecht erhalten werden. Wir müssen damit aufhören Asylanträge so genau zu überprüfen und Menschen jahrelang ohne Arbeitserlaubnis in Flüchtlingsheime zu pferchen. Es muss eine Obergrenze von Asylanten pro Jahr geben, wenn die erreicht wird muss es heißen - sorry, erst wieder nächstes Jahr.
Darüber hinaus müssen wir versuchen qualifizierte Zuwanderung zu bekommen - davon gibts in Indien auch reichlich, aber indische Asylanten gehören da bestimmt nicht dazu.
aqw
9.07.09 , 18:07
OHNE INTEGRATION ist jegliches Asylrecht absoluter Schwachsinn.
Die SPÖVP Politik hat da versagt und keine Integration vorangetrieben. Genau aus dem Grund wird auch der Ausländer mit Kriminalität gleichgesetzt.
Martin Schimak
10.07.09 , 17:07
Kann man eigentlich in Österreich noch irgendeine Diskussion führen, die beim eigentlichen Thema bleibt?
Thema ist hier doch, dass es ein bestehendes Asylgesetz *gibt* in Österreich, dass es zur praktischen Durchführung desselben solche Aufnahmezentren eben braucht und dass man kein einziges Problem einer Gemeinschaft lösen kann, indem jeder auf den anderen zeigt und sagt: ich bitte aber nicht.
Anstatt solche Dinge durch ewiges politisierendes Streiten lösen zu wollen, sollte man vielleicht besser “ökonomische” Verfahren andenken. Das hiesse hier zB: Öffentliche Hand schreibt Erstaufnahmezentrum in Form einer negativen Versteigerung aus, die Gemeinde die die Aufgabe zum kleinsten Preis bereit ist für die Gemeinschaft zu übernehmen erhält den Zuschlag.
Jede Gemeinde hat ihren Preis.
Smartie
14.07.09 , 13:07
Ich weiß nicht…”wieso ziehen die armen Inder nicht in die Stadt” ist ja schon fast lustig, wenns aufgrund der Ghettoisierung nicht so traurig wär.
Ich frag mich, wieviele Österreicher - hätten wir ein Kastensystem - die einer niedrigen Kaste angehören, bereits _wissen_ daß sie im Leben keine Chance in diesem Land kriegen, noch gern dableiben wollen.
Aber gut, mit Indien kenn ich mich nicht aus.
Interessant ist auch den Versuch zu beobachten, eine Trennlinie “guter” und “böser” Asylant zu ziehen. Ohne Kenntnis der Einzelschicksale ist das schlicht unmöglich. Und da gehe ich völlig mit dem Gertschi Bäck (sorry…Reminiszenz an Unizeiten *g*) konform, daß ich lieber ein paar Wirtschaftsflüchtlinge mehr als ein paar ernsthaft bedrohte Asylbewerber weniger habe.
Ich glaube ehrlich gesagt nicht, daß ihr (Andy und Co.) mit der Law&Order-Doktrin richtig liegt, auch wenns natürlich einfach ist, sich eine so hübsche Schablone, nach der ja offenbar auch die Schottermizzi vorgeht, zurechtzulegen.
Und abgesehen davon…es wird geradezu so getan, als ob es eine Frechheit wäre, wenn siche jemand erdreistet, ohne lebensbedrohlichen Grund hier seßhaft zu werden. Gehts noch?
Wenn wir so weiter tun, samma in 40 Jahren nur mehr ein Haufen retardierter Alm-Ohis mit Hauptschulabschluß.
und an AQW noch: Was ist das für ein Schwachsinn, den du da postest? Asyl und Integration sind mal zwei paar Schuhe. Wenn ich mcih recht entsinne, ist der Asylbegriff ja nicht mit permanentem Zuzug zu verwechseln oder? Wie auch immer, Integration ist begrüßenswert und nötig, wenn man einen gewissen sozialen Frieden auf engem Raum sicherstellen will. Das kriegen alle mit, die das im RL erleben und in den allermeisten mir bekannten Fällen ist das auch ÜBERHAUPT kein Problem.
die Integrationsunwilligkeitskeule schwingen, die SPÖVP ALLEIN an den Pranger zu stellen usw. ist auch ein bissl billig.
Ich gebe zu, Schuld haben die beiden Parteien auf jeden Fall, aber SIE waren nicht jene, die zu Hetzen begonnen haben. Tragischerweise haben sich die Wappler^WRegierungsmitglieder in vorauseilenden Gehorsam ergeben und bringen es nicht zustande, eine für ALLE soziale Linie für ein besseres Miteinander zu ventilieren. Was sie auch unwählbar macht.
Was mich zu einer etwas abseits liegenden Schlußbemerkung führt: Für mich sind derzeit leider alle im Parlament vertretenen Parteien unwählbar. SPÖVP wegen anhaltender Rückgratlosigkeit und Anbiederungsattacken an HC. FPÖ/BZÖ sowieso und die lieben Grünen aufgrund ihrer genüßlich öffentlich vorgetragenen Selbstzerfleischungsattacken. Das mußte ich auch mal loswerden.
wiederschaun.
Andy
14.07.09 , 14:07
@smartie:
Ich wollte das hier nicht zuspammen, also habe ich es lieber hier rausgelassen:
http://www.alteknacker.at/2009/07/07/margulies-und-konsorten.html
Smartie
14.07.09 , 14:07
Najo, hört sich nicht so nett an, was dir so alles passiert ist. Und trotzdem: Ich bin keiner der sagt “alle sind lieb”, aber ich wehre mich gegen Verallgemeinerungen und bin eben der Meinung, das die normalen bis leiwanden Leute nicht-öst. Herkunft darunter nicht leiden sollen. Die können ja a nix dafür.
die große Frage sollte eigentlich nicht sein, wer die ärgeren Erlebnisse gehabt hat, sondern was man tun kann, damit nicht alle “Ausländer” in den Köpfen gleich sind. Ich unterscheide ja viel lieber zwischen “A…löchern” und “Nicht-A….löchern”, wurscht welcher Ethnie/Nationalität. Wenn das alle könnten, hätten wir ein paar Probleme weniger.
Ich sag das deshalb, weil meine liebe Frau aus Rußland kommt, ethnisch Armenierin ist, (noch) nicht so toll deutsch spricht und daher voll ins Vorurteile-schema paßt, aber dem genau nicht entspricht (Uni, Job, 4 andere Sprache3n fließend).
Auf was ich hinaus will: Was tun, um zu des Pudels Kern vorzudringen, also generell die A von den N-A zu unterscheiden?
Andy
14.07.09 , 14:07
@smartie:
Mir persönlich ist eh nix grossartiges passiert.
Aber genau die Verallgemeinerungen der Linken ala “Es sind alle Menschen gleich” haben doch erst dazu geführt, dass es eben jetzt ist, wie es ist.
In jeder normalen Situation muss jeder sich erstmal Respekt verschaffen, zeigen, was er kann, zeigen, dass er wirklich dazugehören will, sonst wird er stets aussenstehend bleiben.
Und genau das wure nicht nur versäumt, sondern wird auch heute noch schöngeredet!
Smartie
14.07.09 , 14:07
@Andy: Ich tu mir eben genau mit solchen Aussagen schwer: “Die Verallgemeinerungen der Linken…”…demgegenüber stehen ziemlich genau die Verallgemeinerungen der Rechten (”Asylwerber sind Verbrecher” bzw. Ausländer sind generell böse).
Ich kann dir versichern, jene Migranten die ich kenne, MÜSSEN doppelt udn dreifach zeigen, was sie können und das sie dazugehören wollen. Und das ist auch eines der Probleme: Den Leuten, die tlw. nicht freiwillig gekommen sind und eigentlich nur ein normales Leben führen wollen, gehts am Orsch, daß sie selber ständig gegen Vorurteile ankämpfen müssen und NATÜRLICH schlechter gestellt sind.
Dazu brauch ich weder LinkInnen noch Rechte/Rosenkranzinnen, um zu erkennen, daß die Leute einfach _normal_ miteinander umgehen sollten.
Anyway, meine Rhethorik ist heute schlecht, mir is heiß ich bin müde und ich muß hackln. Viel Spaß noch.
M
Michael
14.07.09 , 15:07
@Smartie: In einem Kastensystem oder Slum zu leben ist kein Asylgrund. Asyl kann man bei uns auf dem Rechtsweg einfordern. Wenn es also möglich wäre, dass man wegen des Kastensystems Asyl bekommt, dann hätten vermutlich 100e Millionen Menschen in Österreich Asylrecht.
Und das ist genau mein Kritikpunkt: Dieses Recht auf Asyl wird zunächst mal sehr breit ausgelegt. Irgendwann hat sich bei den Politikern die Einsicht durchgesetzt, dass zu viele Asylwerber den sozialen Frieden bedrohen. Aber anstatt ehrlich zu sein und zu sagen, dass es halt eine Obergrenze gibt ist es jetzt so, dass Asylwerber so gegängelt (also die jahrelange Warterei ohne Arbeitserlaubnis) werden, dass es zu einer Art negativen Auslese kommt.
Dieses Problem lässt sich aber auf die gesamte Migrationsproblematik in Österreich erweitern: Österreich muss für einen geregelten Zuzug sorgen, weil wir sonst irgendwann mal aussterben. Aber: im Moment stehen dem pragmatischen Weg zwei politische Lager entgegen - einerseits die Linken, die denken, dass Immigration immer was positives ist und andererseits die FPÖ/BZÖ, die am liebsten jeden Ausländer abschieben würden.
Mit anderen Worten wir müssen uns bei Leuten, die in Österreich wohnen und arbeiten wollen Gedanken darüber machen, wo in der Gesellschaft diese Person (und deren Kinder) wahrscheinlich landen wird. In der Sozialhilfe oder in der Mittelschicht? Eine Akademikerin, die 4 Sprachen spricht ist definitiv eine Bereicherung für Österreich, jemand, der nicht nur keine Ausbildung hat sondern auch nicht kapiert, dass seine Kinder vielleicht mehr als einen Volksschulabschluss machen sollten wohl eher nicht.