Neu im Verzeichnis twitternder JournalistInnen

von Gerald Bäck am 30.07.09
Name Ressort Medium TwitterName
Philip Dulle NEWS @philipdulle
Harald Havas WIENER @Osolemirnix, @Wrz_der_Weise
Sabine Stadlbauer Talk ATV @sabintheres

Die vollständige, aktuelle Liste findest Du hier:
http://www.baeck.at/blog/2009/03/12/twitternde-journalisten/#liste

Die Qual der Wahl

von Gerald Bäck am 29.07.09

In den nächsten Wochen werde ich einen Dienst starten, der etwas mit Twitter zu tun hat. Einige wissen schon worum es geht, nämlich um eine vernünftige Abschätzung der Reichweite von vorerst österreichischen TwitterantInnen. Mehr zur Methode und Technik werde ich später posten. Der Dienst selbst wird TwitterInferno heißen und heute geht’s um das Logo. Es stehen zwei Varianten zur Auswahl, die sich nur in der Darstellung der Flamme unterscheiden. Mich würde Eure Meinung zum Logo allgemein und welche Version denn nun besser ist, interessieren. Designet wurde das Ding übrigens von Stefan Friedl, der derzeit unter dem Namen Qarante Brand Design arbeitet.

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Wer Rassist ist, bestimmen immer noch wir!

von Gerald Bäck am 27.07.09

“Wer a Tschusch ist, bestimmen immer no miar” titelt Philipp Sonderegger in einer Art Replik auf mein PC Blogposting über den Unilever und das angebliche Pfui-Wort Mohr und beansprucht damit letztlich die Deutungshoheit über die Rassismusdefinition für sich. Das meiste von dem, was er schreibt, ist natürlich richtig und trotzdem bleibt ein sehr schaler, belehrender Nachgeschmack. In die selbe belehrende Kerbe schlägt übrigend Klaus Werner-Lobo, der von mir für eine öffentliche Entschuldigung verlangte.  Beide bedienen damit unser tiefstes katholisches Bedürfnis nach Schuld und Schuldzuweisung, sie geben die Anti-Rassismus Prediger und sagen uns, dass wir schlecht sind und Buße tun müssen. Das alles ist voll in Ordnung, denn den Fakten, die Klaus Wener-Lobo und Philipp Sonderegger bringen, kann man nur manchmal etwas entgegen setzen.

Das Problem entsteht dann, – und das tut es bei Predigern eben sehr oft – wenn der eigene Wahrheitsanspruch totalitär wird und schon die Diskussion darüber mit der Rassismuskeule erstickt werden soll. Hat man also Bedenken, was das Ausspracheverbot von verschiedenen Worten angeht, folgt der Bann der Prediger.

Das ist auch kein Verbrechen – solange man sich des eigenen, anerzogenen strukturellen Rassismus (ähnlich verhält es sich mit Sexismus, Homophobie, Antisemitismus etc.) bewusst ist, diesen reflektiert und vor allen Dingen auf entsprechende Hinweise – etwa durch Betroffene – wohlwollend reagiert. Wenn das aber nicht geschieht, dann ist – und ich verwende den Ausdruck bewusst – auch struktureller und z.B. sprachlicher Rassismus ein Verbrechen, weil er gegen die Menschenwürde verstößt. Und deshalb auch nicht Gegenstand der freien Meinungsäußerung.

Schreibt Klaus Werner-Lobo in seinem Blog. Das ist dann nichts anderes als ein Diskussionsverbot, das dem Gegenüber schlicht die Möglichkeit abspricht, nach dem eigenen moralischen Empfinden zu handeln, sondern den gepredigten Kodex namens PC zum moralischen Gesetz erheben möchte. Immerhin bezichtigt sich Klaus Werner-Lobo gleich auch selbst des Rassismus, ebenfalls ein recht katholischer Zug.

Derzeit steht mein Beitrag über PC bei 75 Kommentaren, das ist einsamer Rekord auf diesem Blog und mir spukt die ganze Zeit die Frage im Kopf herum, warum gerade dieses doch relativ unwichtige Thema uns alle so engagiert diskutieren lässt. Ein Posting über die Machenschaften bei Goldman-Sachs hätte wohl kaum so viel Aufmerksamkeit erregt. Meiner Meinung nach liegt es zum einen Teil an der Unsicherheit, die zumindest ich und wahrscheinlich auch viele andere mit dem Thema verbinden. Folgt man der Definition von Philipp Sonderegger, so bestimmt der Diskriminierte, wann er sich beleidigt bzw. diskriminiert fühlt. Das heißt, man begibt sich ständig unbewusst in Gefahr, jemanden zu diskriminieren. Und das klingt jetzt schon wieder nach Erbsünde.

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