Vassilakou: Werdet Mitglied!
Die Klubobfrau der Grünen empfiehlt allen abgelehnten Vorwählern, Mitglied der Wiener Grünen zu werden. Ich bin dafür. Überlassen wir die Grünen nicht den Durchblickern und Betonierern und werden Mitglied.
Die Klubobfrau der Grünen empfiehlt allen abgelehnten Vorwählern, Mitglied der Wiener Grünen zu werden. Ich bin dafür. Überlassen wir die Grünen nicht den Durchblickern und Betonierern und werden Mitglied.
Manuel Aghamanoukjan
18.06.09 , 10:06
Von der Grundidee gut, ich als abgelehnter Vorwähler (warum auch immer abgelehnt, Begründung hab ich ja keine bekommen) bin grad ziemlich sauer auf solche Strukturen und Gedankenhäuser die dahinter stehen und es ist durchaus reizvoll die Idee mitzuhelfen hier ein wenig Offenheit als Mitglied reinzubringen
Allerdings ist mein Masochismus-Potential endenwollend und in solchen Strukturen mitarbeiten zu müssen ist momentan für mich nicht sehr sexy
Herbert A.
18.06.09 , 10:06
das war eindeutig, alle achtung!
kritikus.at
18.06.09 , 12:06
Wenn ich recht verstanden habe, sollen die, die die Gewissenprüfung für Vorwähler (=”Light-Mitgliedschaft”) nicht bestanden haben, sich als Vollmitglieder bewerben. Eine Logig dahinter kann ich da aber nicht erkennen…
donkeykingdom
18.06.09 , 12:06
… Mitglied werden, nachdem man mit Feminismus bedroht worden ist? - “Freilich die Grundwerte, aber es hat noch niemand geschafft ohne halbwegs unsere Grundwerte ok zu finden, lange bei den Grünen zu bleiben. Zumindest das mit dem Feminismus macht sie früher oder später fertig.” - Robert Korbei in seinem Blog, 11.06.09
…
also ich weiß nicht recht.
Gerald Bäck
18.06.09 , 17:06
Es ist auch unlogisch, aber ich verstehe das Interview eher als Hilferuf Vassilakous und als Nachricht an die zu unrecht abgelehnten einfach sich nicht unterkriegen zu lassen. Viel Unterschied zwischen Mitglied und Unterstützer ist ohnehin nicht, außer das Mitglieder mehr Rechte haben. Außerdem bin ich schon gespannt, welche Schikanen sich der Landesvorstand diesmal einfallen lässt!-)
Michael
18.06.09 , 22:06
Hab bisher nur mitgelesen, aber jetzt melde ich mich mal.
Es ist doch klar, es geht bei dieser ganzen Geschichte nur um eine Sache: Um die Posten der Gemeinderäte, Bezirksräte und andere wählbare Posten, es geht um Jobs, von mir aus Lebensentwürfe. Die Leute die mit ihrem Listenplatz und ihrer Wiederwahl schon fix rechnen konnten, vor allem auf Bezirksebene, wahrscheinlich aber auch auf Stadtrats-Ebene, haben nun schlicht Angst um ihre Jobs. Es wundert mich auch nicht, dass hier insbesondere die Linken mehr Widerstand leisten, als bsw. die Liberalen: Es geht doch auch schlicht um den Konkurrenzbegriff. Kein Mensch stellt sich gern Konkurrenz, insbesondere in linken Kreisen ist dieser Begriff verpönt. Aber nichts anderes bedeutet die Vorwahlinitiative. Die Initiative ist ganz klar eine, ob imaginäre oder nicht - das lass ich mal dahin gestellt, Bedrohung für gewisse Kreise in den Grünen. Und diese versuchen sich mit Füßen und Händen zu wehren. Auch das ist wohl Politik. Gegen die Aufnahme von Mitgliedern hat man wohl weniger Handhabe als gegen die Aufnahme von Unterstützern. Das es auch Ausnahmen gibt, meist eben leider nur auf liberaler Seite, zeigt Vassilakou (obwohl ich jetzt nicht weiß welchem Lager sie zuzuordnen ist).
Gerald Bäck
18.06.09 , 22:06
@michael Du hast mit Deiner Analyse absolut recht. Allerdings sind gerade die Grünen mit dem besonderen Anspruch angetreten, eben keine Partei wie alle anderen zu sein und eben nicht dieses besitzstandswahrende Verhalten an den Tag zu legen. Dass man mit so einem Anspruch scheitern muss, ist klar. Allerdings hätte dieses Scheitern nicht so fundamental und ernüchternd ausfallen müssen.
Michael
18.06.09 , 23:06
@ Gerald und Allgemein
Das ist jetzt ein wenig außerhalb des Themas. Trotzdem muss ich das ‘grad loswerden.
Das Problem an der Geschichte ist, denke ich, dass uns Politik als etwas anderes verkauft wird, als es tatsächlich ist. Es geht um das Gemeinwohl, natürlich. Aber dennoch hat jeder seine Interessen, über die eben ungern gesprochen wird. Sicher gibt es bedingungslose Idealisten, einfache Parteisoldaten und doch glaube ich, und hier bin ich Realist, dass Menschen eben auch sehr bewusst in die Politik einsteigen um diese beruflich zu nutzen. Die Mechanismen dafür scheinen mir, unabgängig von der Ideologie, sehr ähnlich zu sein. Das mag legitim sein und common sense, auch wenn selten ausgesprochen und meist nur sehr polemisch kritisiert (”anpackelei”, “freundalwirtschaft” und was es da für wörter gibt). Dennoch wünsche ich mir ein anderes Verständnis von Demokratie, eine Rückbesinnung, in gewisser Weise, und zwar auf ein zeitlich und sachlich begrenztes Mandat des Bürgers am Staate, so wie das in den USA in den ersten Jahren praktiziert wurde. Aber das würde jetzt alles zu weit führen. Das sind zumindest meine Schlüsse aus dem Ganzen.
Herbert A.
19.06.09 , 08:06
@Michael:
Es gibt noch etwas zwischen den “bedingungslosen Idealisten” und denjenigen Menschen die bewusst in die Politik einsteigen um sie beruflich zu nutzen:
Diejenigen, die idealistisch einsteigen, immer tiefer in die Politik eintauchen und dabei langsam aber sicher jede andere berufliche Weiterentwicklung vernachlässigen, so dass ein Ausstieg aus der Politik nach einigen Jahren nicht mehr so einfach ist. Um in so eine Situation zu kommen, muss man ganz sicher nicht von vornherein vor haben, von der Politik zu leben.
Ich glaube, dass so eine Art von Einstieg in die Berufspolitik gar nicht so selten ist. Was den Ausstieg aber trotzdem nicht leichter macht.
aqw
19.06.09 , 15:06
und warum soll man dann als Mitglied zugelassen werden, wenn mans nicht mal als Unterstützer schaffte?
da muss man ja dann auch so ne Prüfung bestehen bei so einem Andrang
Gerald Bäck
19.06.09 , 20:06
@aqw die Garantie kann ich Dir hier nicht geben. Ich hätte ja nichtmal damit gerechnet, dass Unterstützer abgelehnt werden. Ich glaube als potenzielles Mitglied wird man in den Landesvorstand zu einem Gespräch geladen, darauf freue ich mich schon besonders. Ich denke beide Reaktionen haben ihre Berechtigung entweder drauf pfeiffen oder weitermachen und die Betonierer nicht gewinnen lassen.
Herbert A.
19.06.09 , 20:06
@gerald: das ist sicher nicht zwingend so, dass man als potenzielles mitglied in die lindengasse geladen wird. ich bin nicht vorgeladen worden (bestätigung der aufnahme als mitglied per mail am 9.6.09). wobei ich natürlich gute vorraussetzungen hatte sozusagen “vorbeigewunken” zu werden.
@aqw: ja, auf den ersten blick absurd. warum sollte man leichter mitglied werden, als unterstützer. andererseits: nach der art der beteiligung werden glaube ich potenzielle mitglieder nicht gefragt. die willenskundgebung parteimitglied zu werden, strahlt vielleicht auch eine größere verbindlichkeit aus, als die erklärung unterstützer/in werden zu wollen. historisch war es ja glaub ich so, dass der unterstützerInnenstatus für die paar leute erfunden wurde, die zwar jahrelang mit dabei waren aber partout nicht mitglied werden wollten. z.b. weil sie kein “parteibuch” wollten. unterstützer sind oder waren also diejenigen, die sich nur “halbherzig” zur partei bekannten. vielleicht gehts mit einem herzhaften “ja, ich will (mitglied werden)” leichter
Weltbeobachterin
19.06.09 , 21:06
@Gerald wenn eh nicht viel Unterschied zwischen Unterstützer und Mitglied ist, wieso werden nicht gleich alle Mitglieder?
finde ich unlogisch.
wenn ich will dass sich eine PArtei ändert, dann trete ich bei.
Gerald Bäck
19.06.09 , 22:06
@weltbeobachterin Das ist meiner Meinung nach eher eine Frage der Symbolik. Parteimitglied zu sein, ist eben dann doch noch ein größeres Bekenntnis zu einer Partei als Unterstützer, auch wenn in der Praxis der Unterschied nicht allzu groß ist. Genau deswegen ist es auch so gut, dass es diesen Unterstützerstatus gibt, weil es damit leichter wäre, Sympathisanten an die Grünen heranzuführen. Die Chance wurde zwar vom Landesvorstand grandios versemmelt, aber das muss ja nicht so bleiben.