Macht, Geld und Sex (1/2)
Heute möchte ich mich ausnahmsweise zurückhalten und Herrn Stadtrat David Ellensohns Wortmeldung bei der Podiumsdiskussion zu den Grünen Vorwahlen im Wortlaut wiedergeben:
Hallo, David Ellensohn. Ich sitze auch mit fünf oder sechs Kollegen von mir im Wiener Gemeinderat. Ich bin Stadtrat seit ein paar Jahren.
Ich möchte Klartext sprechen im Sinn von “Woher kommt diese Angst und worum geht’s überhaupt”. Und ich war bei den Grünen Vorwahlen ein paar mal dabei und es war immer ganz wichtig zu betonen: A. Es geht nicht um Inhalte. Wir wollen nichts verändern inhaltlich, nicht darüber reden. Das war das erste, was ich gehört hab. Das Zweite war: Es geht nicht um Personen. Es geht nicht um das.
So, jetzt frag ich mich einmal. Meistens wenn’s wichtige Sachen sind geht’s um drei Sachen das ist: Geld, Macht und Sex. Gut Sex schließe ich aus für diese Angelegenheit. Und das andere muss man ernsthaft fragen.
Heute haben wir leider wieder eine Stimmung, das haben wir jetzt schon ein paar mal gehabt in diesen Settings. Das ist ein Gegeneinander. Die Leute, die da raus gehen, sollten eigentlich nächstes Jahr alle gemeinsam ein Ziel haben, das ist der SPÖ in den Arsch aufreißen und dann die Stadt verändern. Das sollten wir wenigstens als Minimalkonsens mitnehmen, egal was ich jetzt noch sage, weil ich werde nicht nur verbindende Worte sagen.
Was haben wir jetzt gehört von Inhalten. Darf man Leute, die kommen und sagen ich möchte mittun überhaupt anschauen ja oder nein. Wo sind die Leute alle? Wo kann man überhaupt Politik machen? Man kann auch Politik außerhalb der Grünen machen. Also eine Menge von Sachen. Man könnte bei NGOs mitarbeiten, wie viele von uns, wie der … vorher gesagt hat usw. Wer war den dort, sagen wir dann, die dann laufen und rennen? Wer war denn dort wo die Demo gegen diese rechten Trotteln war neulich? Wer ist denn dort gestanden und hat Menschenketten gemacht? Wer kriegt am nächsten Tag die Telefonate inklusive Morddrohung? Das ist kein Spaß. Wer kriegt denn den Mist heimgeschickt von denen und und und und und. Du bist in einer ständigen Auseinandersetzung und da können auch alle hinkommen. Ich freu mich, wenn alle die da sind, bei solchen Veranstaltungen auch dabei sind und Politik machen. Ich habe viele gesehen alle Kolleginnen und Kollegen, die da sind, waren dort auch. Ich habe aber viel vermisst. Es reicht mir eben nicht nur über Politik zu reden, sonder ich glaube irgendjemand muss sie auch machen.
Und ich glaube nicht, ja es geht nicht um Inhalte. Es gibt eine Hidden Agenda. Warum sind innerhalb der Grünen ein paar Leute dafür und ein paar dagegen? Also wenn wir’s ganz einfach machen, das Spektrum bei uns reicht von - ist ja wurscht wie man’s nennt - von irgendwie links bis irgendwie liberal. Alle, die eher etwas liberal sind, sagen: Das ist super. Warum? Weil ihnen der Arsch auf Grundeis geht intern, weil wir momentan in Wien eher sowas sind wie linke Grüne. So, insgesamt sind wir alle Grün. So ist es. Das ist Fakt. So ist es. Wir haben gehört das ist im März entstanden. Vorher hat der Klaus Werner-Lobo gesagt, vor sechs Monaten haben wir darüber geredet. Ich habe das Gefühl, dass die Grünen Vorwahlen nicht sehr transparent sind und nicht allen Leuten, die da beitreten und Formulare ausfüllen sagen, sagen was sie tun. Sag ich ganz ehrlich. Das ist insofern wurscht, als die die beitreten das halt nicht wissen, eine heterogene Gruppe sind. Und der eine wird mich wählen und der andere wird weiß ich nicht den Klaus Werner wählen, falls er kandidiert oder den Markus Rathmayr wählen, falls er kandidiert usw ja. Die können sich da alle einzeln aussuchen. Aber so zu tun, als ob es darum gar nicht gehen würde am Ende. Halten wir uns nicht gegenseitig am Schmäh. Es geht um eine Machtverteilung innerhalb der Grünen. Alle die kommen wollen und mittun wollen. Wir sind ja froh.
Darf man einen anschauen? Nur ein Beispiel. Darf man einen anschauen, im Sinne von ich geh in jedes Haus hinein tu überal mit. BZÖ geh ich einmal hin Stadler ja nein, weil ich zufällig auch aus Vorarlberg komme, oder. Darf ich jemanden überprüfen, ernsthafte Frage, der sagt: Naja das was ihr macht rund um den Martin Graf macht, ist Antifa Folklore. Mir tut das weh. Sag ich. Mir tut das weh, weil ich glaube, dass der Kampf gegen Rechts und gegen Martin Graf eminent wichtig ist und ich will keine Sätze hören wie das. Wenn ich das lese, darf ich das überprüfen? Wenn ich glaube, Verteilungsgerechtigkeit ist wichtig. Wir müssen kämpfen für Vermögenssteuern und sonstwas. Und dann schreibt jemand, das ist alles Powidl, um das geht’s nicht, das ist alles überflüssig. Darf man so jemand zumindest sagen, hej bist du sicher, dass du bei den Grünen sein möchtest? Sind wir die richtigen für dich ja oder nein, oder darf man das alles nicht machen.
Als ich sage ganz ehrlich, wenn jemand sagt, Martin Graf bekämpfen ist Antifa-Folklore, dann zieht es sich bei mir so zusammen, dass ich sage, sorry such dir einen anderen Verein. Alleine die Wortwahl. Ok ich bin sehr empfindlich, wenn’s gegen die Rechtsradikalen geht, weil das ist ein harter Kampf, weil da kriegt man auch Tätschn und alles mögliche nicht nur verbal. Das ist eine harte Auseinandersetzung. Aber das wichtigste mir trotzdem bei allen Differenzen, die wir haben, dass wir irgendwann aufhören mit dem Gegeneinander und irgendwann in ein wir kommen und das können wir nur, wenn wir offen reden über Inhalte und über Personen. Und jetzt wird nicht darüber geredet, warum? Dann reden wir über Politik. Was müssen die Grünen anders machen? In der Frauenfrage, in der Sozialfrage in der Umweltfrage, ist mir ja wurscht welcher Bereich. Wo arbeiten wir schlecht? Weil wir haben das Gefühl, wir reißen uns alle den Arsch auf und über das müssen wir reden.
Wer sich das Video dazu reinzeihen will, hier gehts so ab Minute 31 los. Mehr zur Hidden Agenda, Powidl-Sagern, dem Kampf gegen liberale Grüne und natürlich Macht, Geld und Sex demnächst auf diesem Blog.

judith
9.06.09 , 10:06
Transkribieren an sich ist eine sehr mühsame Sache. Aber sowas zu transkribieren grenzt an Masochismus. Und das zu Lesen auch.
PS: Ein Hinweis an die Grünen Gesinnungs-Googler: Ja, ich bin die, die sich auch als Unterstützerin gemeldet hat. Nur zur Info, damit es keine Namensverwechslungen gibt.
Helge
9.06.09 , 12:06
“Eins von Zwei”. Köstlich. Die Spannung steigt. Her damit! Ich kann’s nicht erwarten..
david ellensohn
9.06.09 , 13:06
@judith
ich würde mich gerne über die masochistischen textstellen unterhalten. aber in der pauschalität ist das nicht leicht.
was ist ganz schlimm? dass ich die auseindandersetzung mit martin graf notwendig finde und ich härtere abgrenzungen gegen graf, hc und co notwendig finde (punktgenau wie von menasse im kent ausgeführt)? oder dass ich offen über macht in der politik und bei den grünen spreche? oder dass ich einfordere dass endlich endlich auch über inhalte gesprochen wird? was müssen wir grüne besser machen: was tun wir 2010 damit wir ein politischer faktor werden und nicht schon wieder “auf hohem niveau stagnieren”…
ich gehe davon aus, dass alle die grün stärken wollen zusammen arbeiten müssen. gemeinsam. es ist kein problem, dass wir eine spannbreite von links bis liberal, von müsli bis schnitzel, von rotbuschtee bis zum krügerl bei uns haben, es wird zum problem wenn wir nicht sehen, dass es nur gemeinsam geht und gegeneinander nur der spö zum machterhalt dient und die fpö-männer sich in die geballte faust lachen. in diesem sinne: wann steigen wir alle um auf: wir. statt: ich und ich. gegen dich und mich. das führt doch nur zur verwirrung.
@helge
in teil 2 der serie “macht, geld und sex” spiele ich leider keine nebenrolle mehr. achja, den titel find ich gut: genau das hab ich vor ort gesagt, als journalist würde ich genau das über den text schreiben. siehe da. gerald bäck und ich auf einer linie. wird öfter vorkommen als wir heute denken.
max
9.06.09 , 14:06
@david gerade beim ersten Meeting (wo du auch warst) haben die Inititatoren die ganze zeit gesagt das es kein “Wir” und “Ihr” geben sollte, wie du dich hoffentlich erinnerst!
Helge
9.06.09 , 15:06
@David: Erst solche Verschwörungstheoretiker wie du (”Es gibt eine Hidden Agenda”) machen aus uns ein “wir”. Was machen wir? Wind für eine basisdemokratische Einrichtung des Grünen Statuts - als Unterstützer der Grünen und um solche werbend. “Ihr” behandelt eure Unterstützer und Sympathisanten jedoch wie Gegner. Schade. Du stempelst uns zu einer Opposition, die wir nie sein wollten und sabotierst damit einen Schulterschluss mit deinen potentiellen Wählern für eine Veränderung in Wien 2010. Dass du diesen zugleich einforderst, ist der Treppenwitz dieser Sache.
judith
9.06.09 , 15:06
@david kann mich helge nur anschließen. Ich bin kein Unterstützer, da meine Unterstützungserklärung nicht angenommen wurde. Daher bin ich Wähler, und als Wähler lass ich mir nicht 7 1/2 Absätze lang Vorwürfe machen, dass ich keine Flyer austeile und Menschenketten bilde. Und in den 7 1/2 Absätzen konnte ich auch sehr wenig Inhalt rausextrahieren. Und als Basis für eine konstruktive Zusammenarbeit taugen diese Aussagen auch nichts.
David, man kann sich nicht immer aussuchen, welche Art von Unterstützung man bekommt. Wenn man Unterstützung will, sollte man sie aber vielleicht annehmen. Dass du bzw. ihr das bisher noch nicht kapiert habt, kann ich nur als Beratungsresistenz ansehen.
Peter
9.06.09 , 15:06
In meiner Erinnerung haben sich die Grünen gegründet weil sie FÜR etwas waren. D.h., und die Begriffe waren damals sicher andere, man war für ein ökologisches, ganzheitlicheres Weltbild, für mehr nachhaltige Lebensqualität, für Frieden, für Menschenrechte, für eine neue Einstellung zur Politik, für einen anderen Umgang mit Macht, für Veränderung.
Heute sind die Grünen für mich eine GEGEN Partei. Gegen Rechtsradikale, gegen das Kapital, gegen die SPÖ (siehe Zitat), wohl auch gegen die ÖVP und das BZÖ. Damit haben sie, für mich, die Rolle der KPÖ übernommen und damit auch deren Wahlergebnisse. Die waren auch immer nur GEGEN und wenig FÜR. (Abgesehen von ab 90 herum für Geldreserven aus der DDR sein.)
Insgesamt erinnert mich das alles zu sehr an meine ÖH politischen Zeiten. Dort musste man bei den Linken auch immer erst seine Würdigkeit mitmachen zu dürfen beweisen. Wie im Kindergarten: Wenn du bei meiner Bande dabei sein willst, musst du zuerst dem bösen Nachbarskind einen Kirschkern ins Auge spucken.
@helge: Word!
Markus Otti
9.06.09 , 15:06
Um es einmal klar zu sagen: die Themen der VorwählerInnen sind ident mit den Themen der Grünen. Das ist ja der Sinn der Sache, gerade weil man sich inhaltlich mit den Grünen absolut identifizieren kann, gibts die Initiative überhaupt erst. Gerade weil die Nähe so groß ist, fühlt man sich als Teil der Basis und würde gerne entsprechend mitreden dürfen.Das einzige wirklich “eigene” Thema, das die Initiative einbringt, ist: Wir finden, wir sind auch Basis und hätten daher gerne die uns zustehenden Mitspracherechte.
Ob die VorwählerInnen im Durchschnitt jetzt eher “liberal” oder “links” sind, kann und darf aber für die Aufnahme in den UnterstützerInnenstatus keine Rolle spielen. Und: Wäre das schon passiert, dann könnte man tatsächlich hier ausschließlich inhaltliche Debatten führen - nichts sehnlicher wünscht sich ja auch jeder!
Dan
9.06.09 , 16:06
Die Grünen sind gegen Martin Graf, rechte Organisationen usw. und das ist auch gut so!
Leider hat im EU-Wahlkampf die FPÖ mit schmutzigen Parolen und Aktionen die Themen vorgegeben und dadurch Sendezeit und Platz in der Presse bekommen. Die Themen der Grünen (und auch jene der SPÖ) waren leider sehr wenig präsent, weil sie von den FPÖ-Themen und der Debatte über Martin Graf verdrängt wurden.
Dennoch waren die rechten die Gewinner der EU-Wahl. Leider können sich ca. 25% der ÖsterreicherInnen damit anfreunden, die FPÖ und das BZÖ zu wählen. (Einige weitere sind wahrscheinlich aus Faulheit oder Unzufriedenheit daheim geblieben.) Wieviele davon sind Protestwähler, die gerade wegen der von der FPÖ größtenteils vorgetäuschten Bedrohung durch Muslime und Ausländer rechts wählen?
Ich bin mir sicher, die Grünen haben viele wichtige Themen, mit denen sie im nächsten Wahlkampf die Themenführerschaft übernehmen können.
david ellensohn
10.06.09 , 11:06
@ alle, die wir sein wollen.
verdammt noch mal: ich will 2010 die stadt verändern, verbessern. falls es dazu notwendig sein sollte die grünen zu verändern - und more of the same wird uns nicht ans ziel bringen - dann helft uns doch dabei die grünen auch inhaltlich und formal dahin zu bringen, dass es was nützt. was sollen wir anders machen? was läuft falsch? welche inhalte passen nicht? versteckt euch doch nicht dauernd hinter: es geht nicht um inhalte. wir sind kein kegelverein, sondern eine politische partei. es geht um inhalte. nona.
@ viele
es ist schön, wenn alle sagen wir haben uns eh lieb. der ton macht oft die musik. mir fehlt die zeit jetzt jede wortmeldung auf un/freundlichkeit zu überprüfen. ich bin nicht zart besaitet (wäre ja auch unfair, halte ich doch polemisieren und überspitzen manchmal für notwendig), aber wenn zahlreiche grüne subjektiv (!) den eindruck haben von den gvw-”erfinderInnen” wie idioten dargestellt zu werden (zettel verteilen, doofis! standl machen, blödis!) dann geht der gelernte mediator einen schritt zurück und fragt sich warum das so ankommt. solange wir uns auf der ebene “internet-nerds” versus “hinterzimmer-funktionäre” bewegen, freut sich spö und fpö. die grünen haben nichts davon. wir haben nichts davon.
der ton macht die musik. ja, auch meiner. selbstkritisch: hätte ich wollen, hätte ich auch sehr viel freundlicher sein können.
@ “schulterschluss”
treppenwitz oder nicht. helge und co: übt doch wenigstens hin und wieder mal kritik an spö und fpö und dann wieder an den grünen. mein gegner heisst nicht helge und selbstverständlich nicht gvw. gibt es niemandem etwas zu denken, wenn viele menschen, die der initiative sehr positiv gegenüber gestanden sind (das erste positive zitat auf der gvw seite nach befragung der gemeinderätInnen stammt von mir), heute das gefühl haben, mist aber auch, da herrscht ja ein schlimmerer ton als in der auseinandersetzung mit der spö. nochmal: alle runter kommen. gemeinsames ziel formulieren für 2010. vielleicht findet sich was. und dann arbetiten wir daran. und helge, falls wir es schaffen in eine richtung zu ziehen, werden wir (du und ich) noch öfter eine meinungsverschiedenheit haben (aber ich hab keinen bock auf feindbildkonstruktion in den eigenen reihen), also nochmal. arbeiten wir auch an unseren gemeinsamkeiten. ab sofort. ich bin dabei…
danke. david
Helge
10.06.09 , 11:06
Ist jetzt nicht dein Ernst, oder?
Dan
10.06.09 , 14:06
“falls es dazu notwendig sein sollte die grünen zu verändern - und more of the same wird uns nicht ans ziel bringen - dann helft uns doch dabei die grünen auch inhaltlich und formal dahin zu bringen, dass es was nützt.”
Das ist ja das Ziel, die Grünen und ihre Themen einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Man sah das ja auch im amerikanischen Vorwahlprozess!
“zettel verteilen, doofis! standl machen, blödis!”
Wie dir wahrscheinlich aufgefallen ist sind einige der Grünen Vorwähler Online-Marketing-Experten und können über das Internet eine große Zahl an Leuten erreichen…
“es geht nicht um inhalte”
Es geht nicht um Inhalte, in dem Sinn, dass die Grünen Vorwahlen keine Hidden Agenda haben. Die Hidden Agenda ist ein praktisches Totschlagargument: Wie soll man denn beweisen, dass man etwas nicht hat? Außerdem ist das ganze ja eine komische Sache: entweder wird den GVW vorgeworfen, eine Hidden Agenda zu haben oder es wird ihnen vorgeworfen, keine Inhalte zu haben!
Die Inhalte kommen dann ins Spiel, wenn die UnterstützerInnen mit den KandidatInnen kommunizieren (Treffen, online, etc.) und sich–jedeR für sich–eine Meinung bilden.
“der ton macht die musik. ja, auch meiner. selbstkritisch: hätte ich wollen, hätte ich auch sehr viel freundlicher sein können.”
Genau. Aber was noch viel wichtiger ist, ist eine gescheite Vertrauensbasis. Die fehlt im Moment. Und ohne Vertrauen geht nichts. Ohne eine Vertrauensbasis wird wohl kaum jemand von sich aus in der Partei mitarbeiten. Also: arbeiten wir doch bitte an der Vertrauensbasis! Weg mit den Verbalattacken, sinnlosen Angriffen etc.!
beate.firlinger
10.06.09 , 19:06
@david ich glaube, du verkennst die lage. es gibt heute so viele lebensentwürfe zwischen links und liberal, neue unübersichtlichkeiten, (junge) kreative menschen, die guten willens sind, sich zu engagieren, gegen rechts, für ein weltoffenes klima, eine kultur der vielfalt, ohne die wien sowieso nicht überleben könnte. dies auf ihre weise, über ihre kanäle tun. linkssein heißt für mich persönlich viel, es bedeutet auch, offen zu bleiben und ein gutes gespür zu haben für den umgang mit leuten (da können wir alle nur dazulerenen). und nicht dreinfahren. und nicht damit hausieren gehen. oder den grünen vorwähler_innen pauschal was zu unterstellen. zum beipiel, dass sie sich nicht gegen rechts engagieren. das ist doch absurd, oder? und ein bisserl traurig, finde ich.
Gerald Bäck
11.06.09 , 12:06
Hallo David,
erstmal Danke, dass Du Dich mit uns so intensiv auseinandersetzt, das scheint ja nicht unbedingt selbstverständlich zu sein.
> verdammt noch mal: ich will 2010 die stadt
> verändern, verbessern. falls es dazu notwendig
> sein sollte die grünen zu verändern - und more of
> the same wird uns nicht ans ziel bringen - dann
> helft uns doch dabei die grünen auch inhaltlich
> und formal dahin zu bringen, dass es was nützt.
Ich würde ebenfalls gerne die Stadt 2010 verbessern und zwar mit den Grünen gemeinsam, aber dazu gehört für mich auch ein Dialog auf Augenhöhe und zu dieser Augenhöhe zähle ich den Unterstützerstatus. Ich habe null Ambitionen auf ein Amt oder Mandat, lediglich auf Mitgestaltung und ja auch Mitarbeit, deren Art und Weise ich aber gerne selbst bestimme.
> es ist schön, wenn alle sagen wir haben uns eh
> lieb. der ton macht oft die musik. mir fehlt die
> zeit jetzt jede wortmeldung auf un/freundlichkeit
> zu überprüfen. ich bin nicht zart besaitet (wäre
> ja auch unfair, halte ich doch polemisieren und
> überspitzen manchmal für notwendig),
Da sind wir voll auf einer Linie. Auch ich halte Überspitzung für notwendig und deswegen bezeichne ich schon mal Klaus Eck als Onlinereputaionsfetischisten oder schreibe über Antifa-Folklore. Nur warum nimmst dann ausgerechnet meine Überspitzung mit der Antifa-Folklore als Beipiel ohne auf den weiteren Inhalt des Artikel einzugehen?
> aber wenn zahlreiche grüne subjektiv (!) den
> eindruck haben von den gvw-”erfinderInnen” wie
> idioten dargestellt zu werden (zettel verteilen,
> doofis! standl machen, blödis!)
Ich denke diese Worte sind so nie gefallen. Aber wahrscheinlich denken manche Vorwähler, dass gewisse Formen der klassischen Parteiarbeit wie zum Beispiel “Der Stand” oder “Zettel-Verteilen” überholt sind. Ich denke das nicht. Ich glaube aber, dass diese Methoden nicht die einzigen sind und vielleicht von allen Parteien nicht nur den Grünen überschätzt werden. Gerade im Kreis der Grünen Vorwähler gäbe es bestimmt genug Personen, die hier gerne gemeinsam zusätzliche Strategien ausarbeiten würden, aber dazu gehört wohl wieder die oben genannte Augenhöhe.
> selbstkritisch: hätte ich wollen, hätte ich auch
> sehr viel freundlicher sein können.
Das sehe ich genauso. Nachdem ich jetzt zum Beispiel weiß, wie der Begriff “Antifa-Folklore” von viele rezipiert wird, würde ich das ebenfalls heute anders formulieren.
> helge und co: übt doch wenigstens hin und wieder
> mal kritik an spö und fpö und dann wieder an den
> grünen.
Mit und co fühle ich mich glatt ein wenig angesprochen!-) Aber im Ernst ich denke, Du findet in diesem Blog genügend kritische Artikel zu SPÖ und ÖVP. Weniger zu BZÖ und FPÖ weil mir diese Organisationen weder meine Zeit noch viele Worte wert sind. Das Problem ist natürlich, dass ich mich persönlich in den letzten Wochen fast nur mit den Grünen Vorwahlen beschäftige und nachdem das hier ein Blog ist, wo ich meine subjektive Meinung veröffentliche, geht es leider in letzte Zeit vor allem um die Grünen. Mit einer relativ raschen Anerkennung als Vorwähler hätten da die Wiener Grünen wahrscheinlich noch viel frischen Wind für den EU-Wahlkampf mitnehmen können.
> arbeiten wir auch an unseren gemeinsamkeiten. ab
> sofort. ich bin dabei…
Ich bin auch gerne dabei. Nur sollte eben meinem Vertrauensbeweiß mit meiner Unterschrift als Grüner Unterstützer, jetzt eine ebensolcher in der Form von Anerkennung folgen.
david ellensohn
12.06.09 , 13:06
hallo Gerald,
es wird schön langsam… der ton wird allerorten besser. das ist mehr als ein anfang. vielleicht kommen wir alle noch auf gegenseitigen respekt.
wir beide sind offensichtlich eine spur offener für übertreibung hin zu polemik als viele andere (das ist in der politik allerdings tatsächlich eine kleine gefahr: gratwanderungstechnisch in der nähe von sarkasmus und ironie angesiedelt). da kommt es schon mal vor, dass ein wort zurückgezogen werden muss, stichwort a-f-f. danke dafür. aber wir diskutieren hier ja keine zweierbeziehung, daher:
zettel 2.0 verteilen.
schluss mit dem “gegen”. ja sicher müssen gerade die grünen auf new social media setzen. auf die gefahr hin mich zu wiederholen: ich bin noch nie bei einer demo mit einem transparent “rettet die faustkeilindustrie” herum gelaufen. politische vermittlung inkludiert das alte flugi, die broschüre, die diskussionen im grossen wie im kleinen, kinofilme, feste und last but not least new media. was denn sonst. auch hier: gegenseitiger respekt.
meine ganze sorge von beginn weg war: so wie das aufgesetzt wird, schadet das den grünen. ich fürchte, ich habe recht. noch können wir den karren aus dem dreck ziehen. der gegner sind nicht die grünen und nicht die gvw, das muss allen klar sein. und wenn wir so weit sind, werden wir gemeinsam sicher stärker werden. und wenn wir zwei das schaffen, kommt doch der restliche haufen auch zusammen
danke. david
ps: wann kommt denn jetzt endlich der teil 2. als titelzeilengeber darf ich das sicher wissen…
Helge
12.06.09 , 13:06
@David: Ich persönlich glaub ja, der Gerald hat das “1/2″ nur deshalb in den Titel gesetzt, damit du jeden Tag beim ihm vorbei schaust, in Erwartung eines zweiten Teils ;-))
max
12.06.09 , 13:06
@David ich glaueb helge hat recht mit seiner Vermutung
Markus Otti
12.06.09 , 15:06
Ich glaube, viele Missverständnisse hüben wie drüben sind dem Umstand geschuldet, dass nicht wirklich klar ist, wie konkret es jetzt eigentlich weitergehen soll: 15.11. ist der nächste Fixtermin, ok. Aber sonst? Da wäre es, nicht zuletzt auch als vertrauensbildende Maßnahme, schon sehr sinnvoll, sich konkrete Konzepte zu überlegen. Regelmäßige Podiumsdiskussionen? Alle zwei Wochen open-house-camp? Wöchentlich stellt ein grüner Ausschuss seine derzeitigen Projekte vor, mit anschließender Diskussion? Wie-hau-ich-die-Nazis oder richtig-argumentieren-im-Gemeindebau Crashkurse? UnterstützerInnen-Arbeitskreise?
Kurz: wie gehts konkret rein organisatorisch weiter? So könnte man auch den leidigen Euch-gehts-eh-nur-um-Wahlen Verdacht vom Tisch bringen. Ziel ist es doch, eine Plattform zu schaffen, die dem Austausch zwischen Mitgliedern und UnterstützerInnen dient. Hier muss man schlüssige Konzepte entwickeln, dann wachsen wir schon alle zusammen.
Gerald Bäck
12.06.09 , 16:06
@max & @helge Euch ein Geheimnis anvertrauen….!-)
@david Ich plane derzeit keinen Teil 2/2, weil ich finde, dass sich die Diskussion hier in eine gute Richtung entwickelt und es daher von meiner Seite nicht nötig ist, noch etwas anzustoßen. Vielleicht wird ja Teil 2 auch irgendwie der Gastbeitrag, den ich Dir gerade per Email angeboten habe. Wobei der Titel Geld, Macht und Sex hat schon was, den werde ich bestimmt irgendwie nochmal verwenden!-)
aqw
14.06.09 , 16:06
“versteckt euch doch nicht dauernd hinter: es geht nicht um inhalte. wir sind kein kegelverein, sondern eine politische partei. es geht um inhalte. nona.”
wem geht es denn nicht um Inhalte?
mir als vorwähler gehts schon auch um Inhalte. aber das kann ja wohl jeder individuell beantworten. Schließlich gibts kein “WIR” Vorwähler, sondern nur ein ICH.
Und es geht sehr wohl auch um die Personen. Warum will ich denn sonst am 15.Nov. die Kandidaten wählen, unterstützen?
aqw
14.06.09 , 16:06
Finde die Idee von Markus Otti sehr gut
die Grünen sollen endlich alle Unterstützer reinlassen, außer es besteht ein Beweis, dass jemand rechtsextrem ist oder sonst gegen die grünen Ideen ist.
Dann kann man nämlich endlich anfangen, über Inhalte zu diskutieren, und nicht um das ganze langwierige Prozedere.