Kyoto-Protokoll, Treibhaus-Effekt, Co2-Belastung, war da nicht was? Anscheinend nicht, wenn man sich die Handlungen der SPÖ in Wien so ansieht. Beinahe im Vorbeigehen verkündete heute Renate Brauner die Erhöhung der Fahrscheinpreise von Euro 1,70 auf 1,80. Anscheinend war es das Bestreben der Wiener SPÖ der dümmlichen Abwrackprämie noch eins drauf zu setzen bzw. diese mit einer Verteuerung der Öffis zu toppen.

Irgendwas war da doch noch? Ah ja, wollte nicht der oberste Barolo-Experte persönlich am letzten Landesparteitag dafür sorgen, dass die Reichen zur Kasse gebeten werden und nicht ausschließlich die Ärmeren für die Krise zahlen sollen? Vielleicht lieg ich da falsch, oder fahren Herr Treichl und Herr Haselsteiner neuerdings U-Bahn?
Interessant ist auch noch was Faymann zu einer Preiserhöhung bei den ÖBB im Vorjahr gesagt hat:
“Das wäre ein katastrophales Signal: Alles wird teuerer und dann steigt auch noch die Bahn und irgendwann ist die Mobilität der Menschen eingeschränkt“
Aber die ÖBB kann man natürlich nicht mit den Wiener Verkehrsbetrieben vergleichen und nur am Rande sei erwähnt, dass SPÖ-Ministerin Bures heuer natürlich auch die Preise der ÖBB erhöhen wird. Das zeigt einmal mehr wie ernst man es bei der SPÖ mit der Wahrheit nimmt.
Vor langer Zeit war ich ein eingefleischter Standard-Leser. Unter der Woche war der Standard neben dem Profil mein unumstrittenes Leitmedium. Das Profil habe ich schon vor gefühlten Jahrzehnten durch den Spiegel ersetzt, weil mir die Geschichten darin schlicht und einfach zu beliebig und zu harmlos waren. Seit dem nackten Vranitzky am Cover war da nichts mehr, oder? Der Standard hielt sich länger, vor allem wegen seiner letzten Seite. Doch dann kam Michael Fleischhacker und bemerkte, dass sich bei den Qualitätsmedien etwas ändern müsse und schuf eine “Neue” Presse, die auch meinem durchs Internet geänderten Lesegewohnheiten Rechnung trug. Ich gewöhnte mich nicht sofort daran, aber irgendwann hatte Die Presse schleichend den Standard abgelöst, den lese ich mittlerweile nur noch am Wochenende, Die Presse täglich.

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Seit einigen Wochen läuft jetzt schon das Projekt Grüne Vorwahlen. Meiner Meinung nach eine sehr wichtige Initiative zur Ankurbelung der etwas angestaubten Basisdemokratie der Grünen. Durch Deine Unterschrift auf diesem Formular, hast Du die Möglichkeit am 15. November bei der Landesversammlung der Grünen, die Kandidaten für den Wiener Landtag mitzuwählen.
Als ehemaliger JVP-Funktionär kenne ich Parteien ganz anders. Inhaltliche Diskussion in Gremien wurden sofort in eine Revolte umgedeuted und waren daher schwer verpönt, selbst Mitglieder waren nicht berechtigt am Landestag den Landesobmann zu wählen und die Kandidaten zum Gemeinderat wurden ohnehin nur von einem sehr kleinen Gremium festgelegt. Die Grünen sind zwar zum Glück noch sehr weit von einer solchen Situation entfernt, tendieren aber auch in diese Richtung, wie die Vornominierung von Glawischnig zur Bundesobfrau und der Fall Voggenhuber, der ja direkt aus einer Angst vor dem Wähler resultierte, zeigt.
Die Wiener Grünen sind die letzte Landesorganisation der Grünen in Österreich, die Nicht-Mitglieder bei inhaltlichen und personellen Entscheidungen teilhaben lassen. Deswegen geht es beim Projekt Grüne Vorwahlen auch darum, diese demokratische Möglichkeit zu stärken.
Als kleines Zuckerl für jene, die sich für das Projekt interessieren, machen Nicky und ich am Freitag den 8.5. um 19:30 eine Unterschriften Party bei uns zu Hause. Wir ersuchen aber um Voranmeldung in unserer Facebook-Gruppe oder per Email an gerald@baeck.at.