Kärnten! What the fuck?
Bisher konnte ich jedes Wahlergebnis zumindest im Nachhinein nachvollziehen. Aber seit der letzten Nationalratswahl ist damit Schluss. 2008 konnte das BZÖ seinen Stimmenanteil fast verdreifachen. Und zwar ohne Programm, ohne Linie und ohne kompetentes Personal oder kann irgendjemand Petzner, Scheuch, Stadler und Co ernst nehmen? Warum die Leute damals BZÖ gewählt haben? Keiner weiß es.
Und das selbe dachte ich mir für Kärnten. Wer bitte kann denn Dörfler, Petzner und Scheuch ernst nehmen. Die es weder schaffen ein Budget zu erstellen noch einen guten Witz zu erzählen? Mit einem Wahlergebnis von 45% wird man diese Vögel in Zukunft wohl ernst nehmen müssen. Nur mal so zu Erinnerung möchte ich auflisten, was die Kärntner da gewählt haben:
- Eine Partei, die auf die Verfassung und deren Gerichtshof pfeift.
- Eine Partei, die nachweislich unschuldige Asylwerber auf die Saualm abschiebt oder Kinder in einen Bus nach Wien setzt.
- Eine Partei, deren Spitzenkandidat unlustige Negerwitze erzählt.
- Eine Partei, die Kärnten zum Bundesland mit der höchsten Nettoverschuldung gemacht hat.
- Eine Partei, die Brücken und Parks nach einem verunfallten Alkoraser benennt.
Wo war da nur das Hirn in der Wahlzelle?

Andrea Mayer-Edoloeyi
1.03.09 , 17:03
Du sprichst mir aus dem Herzen!
Ergänzen würde ich nur noch den Sexismus, der oft auch mit Rassismus gekoppelt ist, z.B. diese Geschichte
http://www.radioafrika.net/de/2009/02/28/nwitze-dorfler-rassistisch-und-frauenfeindlich/
Gerhard W. Loub
1.03.09 , 18:03
Tja, das ist der Nachteil der Demokratie. Der Wähler hat immer recht. Entweder, man ist für Demokratie und akzeptiert auch solche Ergebnisse. Oder, man stellt sich klar gegen die Demokratie und regt sich über die “Dummheit der Wähler auf”. Beides gleichzeitig geht nicht – oder?
Gerald Bäck
1.03.09 , 18:03
Akzeptieren muss man es ohnehin. Das heißt aber nicht, dass man sich nicht darüber aufregen darf. Und dass der Wähler immer recht hat heißt auch nicht, dass er immer klug ist.
Gerhard W. Loub
1.03.09 , 19:03
Womit Du dem Wähler unterstellst, immer recht zu haben und dabei nicht klug zu sein. Das paßt nicht zusammen.
Andrea Mayer-Edoloeyi
1.03.09 , 21:03
Also ich finde das einfach ein komisches Politiker_innensprech: “Der Wähler hat immer recht” – denn da stecken reale Machtverhältnisse, die auch über die Medien produziert werden, gar nicht drin. Demokratie ist meines Erachtens mehr als alle paar Jahre irgendwo ein Kreuzerl machen gehen, sondern es ist aktive gemeinsame Gestaltung unserer Lebenswelt – und da mangelt es offenbar in der breiten Bevölkerung an Erfahrungsräumen, dass es anders auch gehen könnte als mit dem BZÖ.
vanessa
1.03.09 , 21:03
geh bitte, es ist wohl eher undemokratisch sich über ein Wahlergebnis nicht aufregen bzw es nicht kommentieren zu dürfen.
Gerhard W. Loub
1.03.09 , 22:03
Natürlich kann man sich über ein Wahlergebnis aufregen und es kommentieren. Tu ich ja auch dauernd. Aber wenn man dem Wähler Klugheit abspricht und damit die Kompetenz, zu entscheiden, macht das die Demokratie nicht gerade attraktiv. Ein Drahtseilakt, bei dem Diskussionen immer mit sehr viel Verlogenheit geführt werden.
Stauni
1.03.09 , 22:03
Auf Grund dieses Wahlergebnisses ist es auch nachvollziehbar,
warum sich so mancher Politiker vor einer Volksabstimmung fürchtet.
Franz Joseph
2.03.09 , 11:03
Danke für die Auflistung sämtlicher BZÖ-Attribute. So geballt liest sich das grauenhaft.
Eine gewisse Tendenz zur “kreativen Wahlentscheidung” haben die KärntnerInnen ja schon länger. Dass Dörfler jetzt aber mehr absahnt als Haider ist wirklich bemerkenswert. Da stimmt etwas nicht.
Ich würde den Trotz-Aspekt gegenüber der restilichen Republik noch als möglichen Anreiz hinzufügen. Überlegungen meinerseits dazu gibt’s hier:
http://franzjoseph.twoday.net/stories/5550889/
Volker
5.03.09 , 21:03
Bei der Auflistung dessen, “was die Kärnter da gewählt haben”, sieht man den grundsätzlichen Denkfehler, den meiner Meinung nach sehr viele machen: Die Punkte 1-3 und 5 sind für den Wahlausgang einfach vollkommen irrelevant. Es interessiert niemanden (zumindest keine wahlentscheidende Menge), ob Asylwerber auf der Saualm sind oder der Dörfler Negerwitze macht. Das interessiert einfach n-i-e-m-a-n-d-e-n. Moral zieht nicht beim Wähler. Ich weiß auch nicht, warum die Kärntner so gewählt haben. Ich weiß aber, welche Punkte dabei keine Rolle spielten. Und damit sollte man sich langsam anfreunden.