SuperAlex ist gescheitert
Vom Ende des Regenbogens schreibt Gerhard Loub in Bezug auf die gestrige Enthüllung von ORF-General Wrabetz, man werde 1000 Mitarbeiter abbauen und eine rigiden Sparkurs im ORF fahren. Fakt ist, der Mann ist mit Bomben und Granaten gescheitert.
Wie war das noch vor zwei Jahren als eine bunte Koalition aus SPÖ, BZÖ, FPÖ, Grünen und ein paar ÖVPlern Monika Lindner durch Wrabetz ersetzte? Die Ablöse war notwendig. Zu heftig war die schwarze Gegenbewegung durch Werner Mück, der öfter im kleinen Kreis zu sagen pflegte, das er keinen Urlaub brauche, weil er ohnedies in jeder Redaktionssitzung am Roten Meer sei. Die Mission Lindners war es, einen SPÖ-dominierten ORF schwarz umzufärben. Das wurde so heftig übertrieben, dass sich eine so ungewöhnliche Koalition zusammen tun konnte, um Wrabetz zu wählen. Ohne diese Arroganz der Macht unter Lindner und der ÖVP wäre eine solche Allianz wahrscheinlich nie zu Stande gekommen.
Wrabetz der übrigens schon relativ unauffällig unter Lindner für die Finanzen verantwortlich war, weckte dann auch alle möglichen Erwartungen. Nicht zu unrecht wurde er dafür von Roland Düringer als Super-Alex aufs Korn genommen, damals wohl auch, um ihn eine wenig anzuschleimen.

Wie sehr der Respekt gegenüber Wrabetzs Fähigkeiten abhanden gekommen ist, zeigt dieses Video aus Dorfers Donnerstalk:
[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=ikdfvH04GW0[/youtube]
Meine Frau und ich verweigern schon seit Jahren das Fernsehen und haben keinen Fernseher mehr zu Hause. Zugegebenermaßen eher wegen meiner Unfähigkeit selektiv fernzusehen!-) Aber auch die mangelnde Qualität des ORF war ein Faktor. Ein Faktor, der sich unter Wrabetz zum besseren hätte wandeln sollen. Aber was bleibt als seine Bilanz:
- Abbau von 1000 Mitarbeitern
- Mitten im Achten
- Ein todlangweiliger Club2
- Dopingsünder als Sportmoderatoren
- Die x. Auflage der Millionenshow
- Ein krochenda Thomas Schäfer-Elmayr bei Dancing Stars
- Starmania
- Alfons Haider Overkill
- eine Kulturberichterstattung, die sich mit den Salzburger Festspielen und der Staatsoper begnügt
- und ein Programmdirektor, dem beim Thema Internet nur Scheiße einfällt?
Die Liste könnte man noch lange erweitern. Die negative Entwicklung hat unter Zeiler begonnen und nimmt ihren vorläufigen Höhepunkt bei Wrabetz. Der ORF ist zu einer antiintellektuellen Trutzburg geworden, wo man sich an Ö3-Blödelei und Hochzeiten im Starmania Ballroom ergötzt und das dann auch noch zynisch als Infotainment verkauft.
Aber es gibt auch Lichtblicke, die trotz einer schwachen ORF-Führung existieren: Ö1 und FM4. Hoffentlich bleibt das auch weiterhin so.

judith
28.11.08 , 14:11
Wrabetz ist allerdings ein roter…
Jürgen Liechtenecker
3.12.08 , 10:12
orf digitalumstellung hat mir auch ganz und gar nicht gefallen inkl. der gis hetzjagd
ganz schlimm ist aber auch das gescheiterte showkonzept mit dem lustigen eav heini: 1 gegen 100..
nömix
27.12.08 , 21:12
Voriges Jahr kündigte Herr Wrabetz für das Jahr 2008 “die größte Programmreform in der Geschichte des ORF” an – konnte man glauben, musste man aber nicht.
Heuer sagt er “2009 wird furchtbar, 2010 wird furchtbar.” – das hingegen darf man gern glauben.
Und dabei meint er gar nicht nur das Programm …