Diesmal Heinz Fischer

von Gerald Bäck am 4.03.10

Eigentlich hatte ich wieder vor, nicht zur Bundespräsidentschaftswahl zu gehen. Mir persönlich erscheint das Amt zu unnötig für eine persönliche, direkte Wahl. In unserer Realverfassung ist das Amt einfach zu unwichtig. Aber das ist nicht der einzige Grund. Beim letzten Mal verweigerte ich die Stimmabgabe, weil mir keiner der beiden Favoriten besonders attraktiv erschein. Das gilt natürlich in gewisser Weise heute noch.

Aber, Heinz Fischer war ein solider Präsident, der sich wohltuend von eitlen Gekentum seines Vorgängers abhob. Wirkliche Krisen hatte er nicht zu meistern. Das größte Argument gegen Heinz Fischer ist sein Part in der Causa Simon Wiesenthal und seine nahezu konturlose Rolle in den letzten 50 Jahren Innenpolitik. Es sind also auch in den nächsten sechs Jahren keine Überraschungen von Heinz Fischer zu erwarten und das ist auch irgendwie beruhigend. Nur diesmal geht es gar nicht um Heinz Fischer, diesmal gehts darum, die FPÖ und die Krone in die Schranken zu weisen.

Ich hasse eigentlich solche Pathetik, weil es eben sehr leicht in einen Kreuzzug ausarten kann, wie ihn die Grünen zwar zu Recht aber mit viel zu viel Aufwand gegen Martin Graf führen, aber diesmal geht es um mehr. Nicht nur, dass man Frau Rosenkranz ungestraft einen Kellernazi nennen darf und die Frau ein Problem mit der Wahrheit bezüglich Auschwitz hat. Es geht auch um die Kronen Zeitung, deren Herausgeber nicht nur seine Leser offensichtlich für seine ganz eigene willfährige Wählermasse hält, sondern auch viel zu viel Beachtung von den PolitikerInnen dieses Landes erhält. Es gilt daher gar nicht so sehr eine Cordon Sanitär gegen die FPÖ und ihre Kellernazis zu bilden, sondern gegenüber der Kronenzeitung und ihren widerlichen, schmierigen Pandis, Wolf Martins und Jeanees.

Deswegen sehe ich die Kandidatur Rosenkranzs nicht als Problem sondern als Chance zu zeigen, dass die Kronen Zeitung eben nicht die Macht hat, die ihr gerne zugestanden wird. Endlich haben wir den klassischen Kampf Gut gegen Böse, die Whitehats gegen die Blackhats, die böse Hexe gegen Schneewitchen!-) Vielleicht versteht das dann auch Herr Faymann und Herr Gusenbauer und denken vor dem Abschicken des nächsten Leserbriefes daran. Frei nach Armin Thirnher geht es darum, wer stärker ist, BäckBlog oder Krone!-) Ich bin zuversichtlich, dass sich Heinz Fischer und das BäckBlog durchsetzen werden!-)

Los gehts mit Digital Affairs!

von Gerald Bäck am 1.03.10

DIGITAL AFFAIRSHeute ausnahmsweise etwas in eigener Sache, bevor ich mich morgen wieder mit Heinz Fischer und den Kellernazis beschäftige. Die meisten dürften ohnehin bemerkt haben, dass Judith Denkmayr und ich eine Agentur namens DIGITAL AFFAIRS gegründet haben. Mit dabei sind auch Ecker & Partner und PXP. Wir möchten uns in Zukunft mit Social Media Kommunikation bzw. Digital Relations beschäftigen und unsere Kunden und deren Produkte bei der online Kommunikation unterstützen. Bisher habe ich das als Einzelunternehmer gemeinsam mit Ecker & Partner gemacht, da sich aber die Auftragslage zusehends verbessert, bin ich froh, dass wir mit Judith aka Linzerschnitte eine sehr erfahrene Social Media Expertin als Geschätsführerin gewinnen konnten.

Das Echo auf unsere Unternehmensgründung war durchwegs positiv und fand sogar in den klassichen Medien Wiederhall (Wirtschaftsblatt, Der Standard, ATMedia, Werbeplanung.at). Wir haben übrigens neben unserem Blog auch einen Twitteraccount und eine Facebook-Page und freuen uns dort auf Feedback.

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HC Strache for UHBP

von Gerald Bäck am 24.02.10

Ich habe mich geirrt, als ich die den Auftakt zur Kampagne von Bundespräsident Heinz Fischer als verunglückt bezeichnet habe. Aus einer Social Media Sicht mag das zwar stimmen, aber selbst dort machen das seine engen Mitarbeiter der Internetmicki und der Wahlkampfmicki sehr geschickt. Dass der unsäglich schmierige Klaus Pandi - der Dominic Heinzl unter den Politikjournalisten - Stefan Bachleitner als Wahlkampfmicki runtergeputzt hat, wird diesem nicht nur nicht gerecht, sondern sollte eher als Auszeichnung verstanden werden, was die Sache aber nicht besser macht. Ich halte auch das Video nach wie vor für gespreizt, gestellt und unnatürlich, aber ein lockeres Video ist mit dem Kandidaten wahrscheinlich nicht drin. Trotzdem war der Auftakt zur Kampagne aus heutiger Sicht ein voller Erfolg, weil eben trotz Youtube Auftritt nicht das Web-Publikum die Zielgruppe war, sondern die klassischen Medien. Die neuerliche Kandidatur wäre nämlich keine echte Nachricht gewesen, aber dass er das über Youtube bekannt gibt, schon. Nur so konnte das eigene Bildmaterial in der ZIB1 untergebracht werden und nur so konnte eine so massive Berichterstattung in der Printmedien initiiert werden. Der nächste, der seine Kandidatur über Youtube bekannt gibt, wird diesen Effekt wahrscheinlich nicht mehr voll nützen können.

Gewonnen hat Heinz Fischer die Wahl ohnehin schon, bevor der Wahlkampf überhaupt begonnen hat. Wichtig ist aus seiner Sicht nur noch die Wahlbeteiligung, denn egal wer antritt, die Person wird kein Gegner für Heinz Fischer sein.

Mittlerweile hat allerdings die FPÖ bekannt gegeben, ebenfalls mit einem eigenen Kadidaten antreten zu wollen. Und ich hoffe, dass es HC Strache ist. Es wäre der größte Fehler den die FPÖ machen könnte. Denn bisher hat die Strache-FPÖ Wahlen nicht wegen ihres Spitzenkandiaten gewonnen, sondern weil die FPÖ zur Single-Issue Partei wurde. Ich hab ja nichts gegen Single-Issue Parteien, die Grünen waren mal eine, bis sie zur No-Issue Partei wurden und die Piraten werden hoffentlich irgendwann mal eine ernstzunehmende Single-Issue Alternative. Bei der FPÖ scheitert es leider am falschen Issue. In zwei Worten ließe sich die Partei am einfachsten mit bösartig und fremdenfeindlich beschreiben. Aber darüber will ich mich gar nicht auslassen, den Martin Grafs dieser Welt wird ohnehin viel zu viel Aufmerksamkeit geschenkt. So viel, dass manche Organisationen dabei ihre eigentlichen politischen Ziele vergessen und sich nur noch in ihrer Feindschaft zur FPÖ definieren. Ein externer Feind ist eben etwas sehr praktisches und lässt sich herrlich in die so geliebte Antifa-Folklore einbauen.

Warum ich hoffe, dass HC Strache antritt, ist ganz einfach. Weil mit Single-Issue bei der Bundespräsidentenwahl nichts zu holen ist. Kein Österreicher, keine Österreicherin wird sich mit den üblichen ausländerfeindlichen Parolen hinter dem Ofen hervorlocken lassen. Medien und WählerInnen werde sich bei dieser Wahl auf das konzentrieren, worum es geht: Auf die Personen. Und wenn es um die Person geht, kann HC Strache nur verlieren. Dazu fehlt es ihm nicht nur an Integrität und Schlagfertigkeit, sondern auch an Intelligenz und Allgemeinbildung. Einen Schmäh, der im Bierzelt gut ankommt, den möchte keiner in der Hofburg haben, nicht einmal die Bierzeltbesucher. HC Strache würde meiner Meinung nach jedenfalls unter dem FPÖ Wahlergebnis bleiben. Es wäre die Möglichkeit, die FPÖ zu entzaubern, die immer wieder siegen muss, um den volksnahen Nimbus zu erhalten.

Bei einer Kandidatin Rosenkranz wäre die Sache übrigens ähnlich. Die ist zwar nicht ganz so dumm wie HC aber kaum öffentlichwirksam, weil sie zu verschroben ist. Im übrigen würde ihr rechtsradikales Familienumfeld mit einem Ehemann, der für eine Organisation tätig war, die wegen Wiederbetätigung verboten wurde, wohl ebenfalls nicht so gut bei der Bevölkerung ankommen. Allerdings könnte sich bei einer Niederlage von Rosenkranz könnte Strache ganz elegant abputzen.

Ein gutmenschlicher Aufschrei gegen Strache oder Rosenkranz wäre, so verständlich der auch sein mag, wie meistens kontraproduktiv und ungefähr genauso sinnvoll wie das entfrienden von Strache Freunden auf Facebook, das gerade Mode zu sein scheint.