Der Medienrat ist tot

von Gerald Bäck am 29.12.11

oder hat wahrscheinlich nie gelebt. Schon am 7. Juni sind Prof. Heinz Mayer und ich von unseren Funktionen im Medienrat zurückgetreten, bis heute ist es dem verbleibenden Medienrat nicht gelungen die eigene Homepage zu aktualisieren. Es dürfte ziemlich komlipliziert sein, ein Image im Photoshop zu ändern. Was ist beim Medienrat also schief gelaufen?

Ziel des Medienrats war es eigentlich dem Presserat zuvorzukommen und eine unabhängige ethische “Komission” zu schaffen. Der erste Fehler war, dass der Medienrat eben nicht unabhägig war/ist, sondern zu 100% am Österreichischen Journalistenclub (ÖJC) hängt. Der Medienrat wurde vom Fred Thurnheim, seines Zeichens Präsident des ÖJC, gegründet, hat seinen Sitz beim ÖJC und seine Finanzen werden von Frank Bock, Vorstandmitlgied im ÖJC, verwaltet. Ich gestehe, dass ich vorher den ÖJC nicht kannte. Wenn man sich zum Beispiel den Vorstand des ÖJC ansieht kommen jedenfalls nicht unbedingt viele journalistische oder mediale Kapazunder vor. Diese Irrelevanz habe ich schlicht übersehen.

Letztlich war der Medienrat ein Alleingang des ÖJC und damit fehlte ihm auch jegliche Legitimation. Weder Medien noch JournalistInnen akzeptierten die Einrichtung des Medienrats. Im Nachhinein eh logisch. So gelang es auch nie, auch nur einen Vertreter relevanter Printmedien zu gewinnen. Und insgesamt wurde bisher meines Wissens auch nur ein Fall behandelt.

Bloggen heißt, sich selbst angreifbar zu machen und wer selbst immer wieder die große Keule schwingt, sollte nicht anstehen eigene Fehler einzugestehen. Die Mitgliedschaft im Medienrat war jedenfalls einer. Heinz Mayer als Vorsitzender schien mir garant genug, dass es sich dabei um etwas seriöses handelt, ohne das selbst weiter nachzuprüfen und um letztlich der eigenen Eitelkeit nachzugeben.

Ein Gutes hatte der Medienrat allerdings schon. Aus ihm entstand auch der Internetrat, der zwar ebenfalls schon sanft entschlafen sein dürfte, aber definitiv mehr impact hatte und mehr Spaß machte. Vielleicht schafft es auch der Medienrat irgendwann sich aufzulösen oder zumindest meinen Namen und mein Foto von der Homepage zu entfernen, bis dahin bleibt die Homepage ein mahnendes Beispiel für mangelnde Professionalität.

Online Relations by Groupon

von Gerald Bäck am 21.11.11

from M*** S*** m***.s***@groupon.de
to gerald@baeck.at
date Fri, Nov 18, 2011 at 12:06
subject Kooperation mit Groupon
mailed-by groupon.de

Sehr geehrter Herr Bäck,

die Inhalte Ihrer Artikel auf Ihrem Blog und deren Qualität haben mich sehr beeindruckt. Ich arbeite bei Groupon im Bereich Online-Marketing und wäre interessiert an einer Zusammenarbeit mit Ihnen. Ich würde gern mit Ihnen über eine Veröffentlichung eines Artikels oder eines Erfahrungsberichtes über uns sprechen.

Gerne lasse ich Ihnen dann weitere Informationen zukommen. Für Fragen Ihrerseits stehe ich Ihnen natürlich zur Verfügung.

Ich würde mich über ein beidseitiges Interesse an solch einer Zusammenarbeit und über eine zeitnahe Antwort Ihrerseits sehr freuen.

Mit freundlichen Grüßen

M*** S***

M*** S***
Online Marketing

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Meine Antwort:

from Bäck, Gerald gerald@baeck.at
to M*** S***
date Fri, Nov 18, 2011 at 12:21
subject Re: Kooperation mit Groupon
mailed-by baeck.at

Klingt interessant, bitte um mehr infos.

lG Gerald Bäck

Reply von Groupon:

from M*** S*** m***.s***@groupon.de
to “Bäck, Gerald”
date Fri, Nov 18, 2011 at 16:05
subject AW: Kooperation mit Groupon
mailed-by groupon.de

Hallo Bäck,

es freut mich, dass ich bei Ihnen Interesse geweckt habe. Wie gesagt würden wir gerne bei Ihnen einen Artikel veröffentlichen der entweder uns als Unternehmen vorstellt oder einen bestimmten Deal oder ein bestimmtes Angebot, das mit uns zu tun hat. Sie können dabei selber entscheiden, ob Sie den Artikel schreiben oder wir. In unserer Firma haben wir eine Redaktion, die den Artikel für Ihren Blog einmalig anfertigt, sodass dieser dann in jedem Fall einzigartig sein wird für ihre Seite.

Natürlich möchten wir Ihren Aufwand auch honorieren, welche Vergütung könnten Sie sich dafür vorstellen?

Beste Grüße,

M*** S***

Meine Zusatzfragen:

from Bäck, Gerald gerald@baeck.at
to M*** S***
date Fri, Nov 18, 2011 at 17:00
subject Re: Kooperation mit Groupon
mailed-by baeck.at
Ok, klingt gut noch eine Frage, können Sie mir vielleicht ein bis zwei Beispiellinks für mich? Ich habe leider keine Ahnung bzgl. Vergütung was ist denn so üblich?

lG Gerald Bäck

—-
Gerald Bäck | @geraldbaeck | g+ | fb | In | +43 664 5107761

Groupons Antwort:

M*** S*** m***.s***@groupon.de
to “Bäck, Gerald”
date Mon, Nov 21, 2011 at 10:36
subject AW: Kooperation mit Groupon
mailed-by groupon.de
Hallo Herr Bäck,

ein allgemeiner Artikel, wo wir uns als Unternehmen vorstellen, könnte in etwa so aussehen: http://www.monsieurfischer.ch/2011/11/groupon-erobert-die-schweiz.html
http://hannes-schurig.de/07/11/2011/groupon-taglich-verschiedenste-deals-sparen-leicht-gemacht/

Für Ihren Blog würden wir natürlich über Österreich schreiben.

Ansonsten wäre auch ein Artikel über ein bestimmten Deal möglich:
http://reisebloggerwelt.de/skandinavien/weihnachten-bei-santa-claus-in-finnland/

Für die Vergütung würde ich Ihnen 50€ anbieten, wir könnten Sie aber auch gerne in Gutscheinen bezahlen, wenn sie unser Portal nutzen. Was halten Sie davon?

lG

M***

Schneidbrettln für JungunternehmerInnen

von Gerald Bäck am 14.10.11

twitter-andreasklinger-the-fascinating-thing-in-a

Faktum, es gibt tolle österreichische Startups. Lookk, Soup, Last.fm, JahJah, checkfelix, bikemap, work.io, blossom, replydone, efficient cloud, qriously uvm. zeigen, wie vital die kleine Startup Szene in Österreich ist. Das interessante daran ist, dass diese Startups relativ wenig mit der von Andreas beschriebenen Support/Investor Szene zu tun haben. Nicht umsonst wurden viele dieser Startups gleich gar nicht in Österreich gegründet oder befinden sich auf dem Sprung ins Ausland.

Jüngstes Beispiel für die abgehobene Startup-Support-Szene ist all4startups. Da werden Gartenblumen, Schneidbrettln mit Saftrille, Jeans, Weine und Erlebnisgutscheine alles ganz speziell für Startups angeboten. Das könnte man jetzt ganz einfach als obskure Geschäftsidee abtun, wären da nicht jede Menge Logos von verschiedenen Förderstellen auf der Webpage angeführt. Offensichtlich wird all4startups von aws impulse, ZIT, creativwirtschaft.at, mingo, VITE, StartEurope, Initial Faktor, Standortagentur Tirol, Sciencepark Graz, Business Creation Center Salzburg, Center for academic Spin-offs Tyrol, departure und accent Gründerservice unterstützt. Fast alles Unternehmen bzw. Institutionen, die entweder Fördergelder vergeben oder selbst von üppigen Fördergeldern leben oder aus dem Umfeld von i5invest/Spengergasse stammen, wo auch die Betreiberfirma die Creative Industries Invest GmbH angesiedelt ist. Persönlich kann man den Betreibern gar keinen Vorwurf machen, sie nützen lediglich die Chance, die ihnen das System bietet. Dabei ist es unwichtig, ob ein Produkt oder eine Idee den Markterfordernissen entspricht, Sie muss lediglich die Förderkriterien erfüllen, die meistens mit dem Markt nichts zu tun haben. Es wird also ein Markt simuliert, der ohne Förderungen gar nicht bestehen könnte und damit gar kein Markt im eigentlichen Sinne ist.

Förderungen unterstützen vor allem Förderungsexperten aber nur selten Unternehmen. Es etabliert sich also ein System aus Förderstellen und Fördernehmern, das mit den Startups selbst nichts zu tun hat, diese aber zwingt mitzuspielen und ebenfalls Förderexperten anzuheuern. Ein System, das eigentlich zur Förderung von neuen Unternehmen geschaffen wurde, bewirkt das Gegenteil.

Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! Jetzt klicken &handeln! Willst du auch an der Aktion teilnehmen? Hier findest du alle relevanten Infos und Materialien